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Die Geschichte der Lahrensmühle

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Die ersten urkundlichen Erwähnungen


Um 1350

Im Lagerbuch von Stadt und Amt Leonberg sind die Rechte, der Besitz und die Ansprüche an Abgaben und Leistungen der Herrschaft von Württemberg in den Orten des Amtes Leonberg verzeichnet.

"In Eltingen zu dem Dorfe" ... steht unter der Überschrift "In Eltingen das Hubgelt von Korn, Haber, Dinkel un von Hellerzinsen" folgende Auflistung der fälligen Abgaben:

It[em] diu Mule und[er] alten Kirchhof gilt
jerlich[e]n VIIII Malt[er] Rogg[en] und Kern

Woher die früheste bekannte Namensgebung der Lahrensmühle stammt, zeigt die älteste Katasterkarte von 1831. Der Weg nach Eltingen – die heutige Gebersheimer Strasse – führt am Gewann "beim alten Kirchhof" vorbei.



1399

findet sich die nächste Erwähnung im Lagerbuch unterheisst es dort unter "Aber Eltingen Järlich Korngulte von den Höfen":

Nota: die Muly uff alten Kirchhofe gilt järlich der Herrschaft obg[e]n[annt] item VIIII M[a]lter Rok[en] und Kernes


Wechselnde Besitzer im Laufe der Jahrhunderte


1461

wird ein Besitzer namens Ulrich Müller genannt:

Item Ulrich Muller git jarlich von sin[er] Mulin mit aller ir Zugehörd:
Item Kern        X Malt[er]
Item Rocken    X M[a]l[te]r



1487

heisst der Besitzer Bernhart Müller:

Item Bernhart Muller git jerlich uß siner Mulin mit aller
ir Zugehörnd[en]:
Item Kern        X Malter
Item Rocken    X Malter
Item darin gehört zwai Wisenbletzlin, stoset baide an die Mulin.



1523

Der Namensgeber der Lahrensmühle wird erstmals im Lagerbuch erwähnt:

Laurins Hanns, Miller, zeinst jerlich der Herschafft Wirtemperg
usser seiner Milin, ist Bernhart Millers gewesen, hat zway Röder,
mit Hus, Schuiren, Hofreitinen unnd aller Zugehördt, zwischen
der Stras unnd dem Milbach gelegen, stost oben uff Hainrich
Runckelins Wisen,
Kernnen    X M[a]l[te]r
Rocken     X M[a]l[te]r



1576

Der Müller Laurin hatte keinen Erfolg auf der Lahrensmühle, sie ging 1538 an den Müller der Glitzenmühle über. Aber das Gebäude verfiel zunehmend, so dass die Herrschaft von Württemberg als Eigner der Mühle diese nach 1572 neu aufbauen liess. In der Karte von Andreas Gadner aus dem Jahr 1590 wird sie Neumül (Neue Mühle) genannt.



1580

Osswald Osswaldt erhält die Mühle gegen eine Summe von 2000 Gulden vom Herzog von Württemberg als Erblehen, was aus dem abgebildeten pergamentenen Erblehensrevers hervorgeht. Er betreibt sie fast 40 Jahre, worauf sein Sohn Albrecht die Mühle übernimmt. In jenen Jahren taucht der Name Oswaldmühle auf.


1682

Ein Ausschnitt aus der Forstkarte des Andreas Kieser führt die Mühle als Pfarherns Mühl. Nach dem Tod von Albrecht Oswald übernimmt dessen Bruder, der Eltinger Pfarrer Sebastian Oswald (1580-1658) die Mühle. Allerdings betreibt er sie nicht selbst.

Die folgenden Einblicke in die Familie Wankmüller hat uns der Nachfahr Lothar Wankmüller aus Maitenbeth zur Verfügungung gestellt, wofür wir uns herzlich bedanken. Der nächste Besitzer heisst Johannes Münnsinger. Bei ihm erlernt der aus Schwann/Neuenbürg stammende Veit Wankmüller (der Jüngere, 12.02.1672-12.03.1748) das Müllerhandwerk. Als der Mühlenbesitzer sich zur Ruhe setzt, kann Veit Wankmüller die Mühle in Pacht übernehmen und bald darauf erwerben.



1704

wird Veit Wankmüller Besitzer der Lahrensmühle. Auf ihn geht die Namensgebung “Veitenmühle” zurück, die bis weit in die 1990er Jahre unter der Bevölkerung von Leonberg und Eltingen gebräuchlich war.

Für rund 200 Jahre bleibt die Mühle im Besitz der Familie Wankmüller. Es folgen aufeinander:
Christian Wankmüller (23.03.1712 - 16.10.1775), er übernimmt die Mühle im Jahr 1748 und ist über Jahrzehnte Zunft-Obermeister
Christian Adam Wankmüller (17.10.1744 - 10.07.1786)
Georg Adam Wankmüller (28.08.1771 - 28.02.1843)
Georg Adam Wankmüller (der Jüngere, 18.05.1795 - 05.05.1871)
Johannn Gottlieb Wankmüller (17.11.1806 - 25.12.1871)
Christian David Wankmüller (03.01.1849 - 11.02.1927)



1908

geht die Mühle an Emil Lautenschlager über. Dessen Geschichte finden Sie unter 100 Jahre Familie Lautenschlager auf der Lahrensmühle.