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Das Wohnhaus der Lahrensmühle

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Der Bau eines östlich an die Mühle anschliessenden Wohnhauses fällt in die Zeit der Wankmüllers, die seit 1704 Besitzer der Lahrensmühle waren, siehe Die Geschichte der Lahrensmühle. Das älteste erhaltene Foto stammt aus dem Jahr 1930. In dieser Nord-Ost-Ansicht sehen wir die Müllerfamilie, die für einen Fotografen posiert.


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Für die Datierung des Wohnhauses brauchen wir die Dendrochronolgie nicht zu bemühen. An beiden nördlichen Torbogen zum Keller ist die Zahl 1773 mit einem Mühlrad dazwischen in Stein eingemeisselt. Hier die besser erhaltene Version. Unser Foto stammt aus der Mitte der 1970er, mittlerweile ist die Jahreszahl durch fortgeschrittene Verwitterung des Buntsandsteins leider kaum noch zu erkennen.

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Nur ein einziges Foto ist erhalten, auf dem die südliche Fassade komplett zu erkennen sind. Ungewöhnlich die an der Hausecke postierte Eingangstür und lediglich drei Fenster an der gesamten Südfront. Rechts im Bild der Hausbaum der Lahrensmühle – die grosse Kastanie.

1936, sechs Jahre nach dem ersten Foto entstand ein weiteres in gleichem Blickwinkel. Bei aufmerksamer Betrachtung erkennt man, dass sich das Dach im Bereich zur Mühle hin etwas abgesenkt hat.

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Das Mühlenensemble Ende der 1930er-Jahre von der Bahnstrecke Leonberg-Calw aus gesehen mit Scheune, Wohnhaus, Mühlengebäude und rechts davon Pferdestall. Schäden am Dachgebälk des Wohnhauses lassen sich erahnen. Im Hintergrund die baumbestandene Gebersheimer Strasse.


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Besuch aus Westfalen mit 1,8-Liter Opel im Jahr 1934, im Hintergrund die Nord-Ost-Seite des Wohnhauses.

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Im Mai 1939 sind die "Fleckensoldaten" zu Besuch in der Lahrensmühle. Ihr tarnfarben lackierter Wagen parkt vor dem Kastanienbaum, links ist die Südfront der Wohnhauses zu sehen und im Hintergrund die Wagen-Remise.



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Zwar hat das Wohnhaus den 2. Weltkrieg überstanden, aber der Verfall schreitet fort. Am Westgiebel ist der Verputz am Festersturz und an den oberen Gefachen ausgebrochen. Auf der Südseite lässt ein quer verlaufender Riss im Verputz auf nachgebendes Gebälk schliessen.


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Eine Renovierung des Gebäudes kommt nicht mehr in Frage. Emil Lautenschlager beschliesst, neben dem bisherigen ein neues Wohnhaus (rot eingezeichnet) zu bauen. Der Lageplan zum Baugesuch von 1946 zeigt die zukünftige Konstellation des Gebäude.

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Hier schauen die fünf Müllerstöchter stolz aus vier geöffneten Fenstern heraus.


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Schmuck: Das 1950 fertig gestellte Wohnhaus mit sichtbarer Fachwerkkonstruktion.

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In der Nord-West-Ansicht präsentieren sich sich die Mühlenscheune links, das neue Wohnhaus in der Mitte und die Lahrensmühle rechts als stimmiges Ensemble. Das baufällige alte Wohnhaus versteckt sich schamhaft.


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Der Verfall des alten Wohnhauses schreitet zügig voran. Hier an der Nordfassade ist der Verputz grossflächig abgefallen, die Dachsparren haben nachgegeben und damit die ersten Ziegel den Halt verloren. Auf dem Foto von 1966 ist zu erkennen, dass sich das Haus zur Mühle hin abgesenkt hat.

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Der Abbruch ist nicht mehr aufzuhalten. Zunächst wird die Dachkonstruktion abgetragen. Leider denkt niemand dran, die noch unbeschädigten Handformziegel des alten Wohnhauseus für die spätere Restaurierung der Lahrensmühle und der Scheune in Sicherheit zu bringen.

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Nur das Kellergeschoss entgeht der Spitzhacke. Es erhält ein Notdach aus einem Material, das in Zeiten des Wirtschaftswunders als führend galt: Eternit (da schwingt der Begriff "Ewigkeit" mit) in gewellter Form verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit in die Mauern.


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An der Südfassade sieht es noch dramatischer aus, hier sind bereits die ersten Gefache ausgebrochen, Dachziegel drohen herabzustürzen. Das Gebäude ist in höchstem Mass baufällig und gefährdet seine Anwohner. Es kommt, was kommen muss.

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Dachstuhl und erstes Obergeschoss liegen bereits in Trümmern, und das hier noch sichtbare Erdgeschoss steht auch nicht lange mehr.


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Rund dreissig Jahre vergehen ohne Veränderungen. Doch dann wird offensichtlich, dass die Wind und Wetter besonders ausgesetzte Nordfassade des neuen Wohnhauses deutlich gelitten hat. Die Fensterrahmen aus Holz sowie einige Balken des Sichtfachwerks sind erheblich verwittert. Auch Verputz hat sich gelöst.

Im Bild rechts ist das Fachwerk bereits instand gesetzt, erkennbar an den hellfarbigen Balken. Die beiden oberen Geschosse haben schon isolierverglaste Fenster erhalten.

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Nach der Fertigstellung präsentiert sich das Wohnhaus verjüngt, doch in seinem Aussehen unverändert. Die stilsichere Umsetzung der Renovierung war eine ideale Einstimmung, auf das, was noch bevorstand, siehe Restaurierung der Lahrensmühle und Beinahe ein Sturmopfer – die Mühlenscheune.


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Zur energetischen Sanierung des Wohnhauses gehört natürlich auch eine neue Isolierung des Daches. Ebenfalls  erneuert werden bei dieser Gelegenheit die Dachziegel, Verwahrungen und Regenrinnen. Auf dem Hof liegen noch die morschen Balken des instand gesetzten Fachwerks.


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Im Zuge der Restaurierung des Mühlengebäudes erhält das mittlerweile denkmalgeschützte Kellergeschoss eine tragende Betondecke mit Aufnahme für den Installationskanal.

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Auch das Notdach auf dem Keller ist über die Jahre erkennbar gealtert. Moos und anderes Grün haben sich angesiedelt, und manche der Eternit-Platten sind mittlerweile beschädigt.

Die alten Steine der nördlichen Aussenmauer sind frisch verfugt, die Decke ist gerade fertig gestellt.

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Mit roten Buntsandsteinplatten belegt, wird die Betondecke auf dem Kellergewölbe zum verbindenden Element zwischen dem Mühlengebäude und dem Wohnhaus.

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Ob Kommunikation fördernder Platz für die Bewohner der Mühle oder stilvolle Fläche bei Veranstaltungen zum Empfang von Gästen, das alte Kellergwölbe hat heute eine wichtige Aufgabe im Mühlenensemble.