Startseite Geschichte Ein Rennfahrer von der Lahrensmühle - Abenteuer mit Veritas, Porsche, Stanguellini und Ferrari

Ein Rennfahrer von der Lahrensmühle - Abenteuer mit Veritas, Porsche, Stanguellini und Ferrari

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Gleich zu Beginn wollen wir richtig stellen, dass unser Rennfahrer kein Abkomme des Christian Lautenschlager ist, der einst für Daimler / Mercedes (noch ohne Benz!) zwischen 1908 und 1925 Rennen fuhr.



Ernst Lautenschlager wird am 16. Dezember 1912 in Mannheim geboren. Sein Vater fällt 1915 im ersten Weltkrieg. Und drei Jahre später verliert er auch noch die Mutter. Seine Schwester Marie und er sind unversehens zu Waisen geworden.

Um zu verhindern, dass die Kinder in ein Waisenhaus kommen, nimmt Emil Lautenschlager den Neffen Ernst zu sich, dessen Schwester Marie wird von Verwandten in Flacht aufgenommen. Ernst wächst zusammen mit den eigenen Kindern in der Lahrensmühle heran.

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Auf diesem Gross-Familienfoto sehen wir in der hintersten Reihe als dritten von links Emil Lautenschlager und als fünfte von links seine Frau Emilie. In der Reihe davor steht Ernst neben der Grossmutter, im Vordergrund die Müllerstöchter und weitere Verwandte.


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Sportbegeistert, wie er ist, hat er in seiner Jugend mit einer Karriere als Boxer geliebäugelt und 1930 bei der Deutschen Meisterschaft für Federgewicht teilgenommen. Vom Boxen abgesehen, verläuft sein Lebensweg zunächst eher unspektakulär. Er lernt das Müllerhandwerk von Emil Lautenschlager, denn dieser hofft, in Ernst einen Nachfolger gefunden zu haben, nachdem ihm seine Frau ausschliesslich Töchter gebar. Zur Weiterbildung geht er auf die Müllerschule nach Nürnberg.

Die Müller haben dort eine eigene Burschenschaft, die sich hier stolz mit ihrer Fahne als "Moletarier" präsentieren. Ernst sitzt ganz vorn rechts (blau angekreuzt).

Im Anschluss arbeitet Ernst Lautenschlager in Esslingen bei den Beckermühlen als Walzenführer, was einem Betriebsleiter gleichkommt.

Den Krieg von 1939 bis 1945 erlebt er weitestgehend unbeschadet. Er muss nicht ins Feld ziehen, da sein Vater  im I. Weltkrieg gefallen ist. Er rettet sich über die Jahre und arbeitet im Lazarett.


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Im Nachkriegsdeutschland ist der Alltag von Ruinen und Mangel gezeichnet, im Bild links der Marktplatz, unten die Königstrasse in Stuttgart. Unter den Jugendlichen herrscht Nachholbedarf in Sachen Lebensfreude, auch in der württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart.

Es entstehen Tanzlokale und billige Amüsierbars im Gebiet zwischen Hauptstätter und Eberhardstrasse, einfachste Holzbaracken, für biedere Bürger ein "Sündenbabel Stuttgarts", Oberbürgermeister Arnulf Klett nennt es einfach die "Vereinigten Hüttenwerke". Amerikanische Besatzungssoldaten sind häufige Gäste, gerne gesehen, da sie fleissig mit den damals noch hoch bewerteten Dollars bezahlen. "Striptease" heisst das Zauberwort des Amüsements. Ernst Lautenschlager hat das richtige Gespür. Bei ihm tritt abseits vom "sündigen Viertel" ein Striptease-Ballett in gehobenem Ambiente auf.

Mit seinem Cabaret Maxim als einträgliche Einnahmequelle kann sich Ernst Lautenschlager den klassischen Jungentraum erfüllen: Autorennen fahren.


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Schon kurz nach Kriegsende wird Ernst Lautenschlager ein Fahrzeug zugeteilt. Wenn eine Reparatur an diesem BMW 315 ansteht, fährt er zur örtlichen BMW-Vertretung. Die ist aber im Krieg im Stuttgarter Westen ausgebombt worden und führt ein äusserst bescheidenes Dasein in einer Garagenanlage an der Moltkestrasse.  Nun will es das Schicksal, dass der junge Rudi Scholl ausgerechnet bei dieser BMW-Werkstatt seine Ausbildung erfährt.

Spätestens hier in der Werkstatt, wenn nicht schon vom Vater, springt der Motorsport-Bazillus auf Rudi über. Zwangsläufig gerät Rudi in Kontakt mit Ernst Lautenschlager. Ernst überredet Rudi, die BMW-Werkstatt zu verlassen und bei ihm im Cabaret die Stelle als Hausmeister (oder eigentlich "Mädchen für alles") zu übernehmen und seine geplanten Rennaktivitäten zu begleiten. Dieser Versuchung kann Rudi nicht widerstehen.


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Zum Eifelrennen am 25. Mai hat sich Ernst Lautenschlager in der Sportwagenklasse bis 2 Liter Hubraum gemeldet. Er startet unter der Nr. 9 auf diesem nicht einfachen Kurs auf dem Nürburgring.


Ernst macht Ernst könnte das Motto lauten. Für die Saison 1952 erwirbt er einen gebrauchten Veritas RS mit 6-Zylinder-Motor. Veritas sind Sport- und Rennfahrzeuge mit Vorkriegs-BMW-Technik, die in der Zeit von 1946 bis 1953 gebaut werden. Das auf dem Vorkriegs-BMW 328 basierende Antriebsaggregat leistet 100 PS.

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Bei seinem Renndebüt gibt Ernst Lautenschlager sein Bestes und zeichnet sich durch zügigen Fahrstil aus. Wozu dies führt, hat ein Fotograf geistesgegenwärtig festgehalten. In der Bildunterschrift zum oben genannten Artikel lesen wir: "Hoppla! Nachwuchsfahrer Lautenschlager bewegte seinen Veritas etwas zu rasch in die Nordkurve hinein, rutschte mit dem Heck über die Böschung, fuhr weiter" Ja so ist er, unser Draufgänger. Aber ob und, wenn ja, wie er ins Ziel gekommen ist, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.


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Neuer Versuch am 3. August wieder auf dem Nürburgring zum Grossen Preis von Deutschland.


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Ernst startet mit dem Veritas unter der Nr. 10. Der Kurs des Nürburgrings erweist sich dieses Mal als noch tückischer. Unser Rennfahrer verliert die Kontrolle über seinen Veritas. Wie wir noch sehen werden, fährt Ernst nie ohne Schutzengel. Wenn sein Rennwagen mit den Rädern nach oben zu liegen kommt, bleibt dem Fahrer wenig Platz, um sein Leben zu retten. Die Verkleidung hinter dem Fahrersitz dient der Windschlüpfigkeit, sie verbirgt keinen Überrpllbügel. Der schleudernde Veritas überschlägt sich und landet kopfüber im Strassengraben. Für Ernst ist im Graben genügend Platz, um den Kopf zu retten. Mit ein paar Helfern ist der Veritas schnell wieder auf die Räder gestellt, für Ernst ist das Rennen zu Ende.


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Beim Internationalen AvD Avus-Rennen am 28. September 1952 geht es weiter. Ernst Lautenschlager ist für den 4. Meisterschaftslauf in der Sportwagenklasse E (1500-2000 ccm) unter "Münchener Renngemeinschaft" mit der Nr. 10 auf seinem Veritas gemeldet. Bekannte Namen sind in der Liste zu finden: Toni Ulmen, Fritz Riess, Wolfgang Seidel, Paul Pietsch und Heinz Melkus.

Der damalige Besucher des Avus-Rennens und Käufer des Programmhefts hat den Rennverlauf in der Rundentabelle mit Bleistift eingetragen. In der 1. Runde liegt Nr. 10 auf dem 5. Platz, in Runde 2 auf Platz 7 und in der Folgerunde taucht gar kein Eintrag mehr auf. Das spricht für einen Ausfall in der 3. Runde.


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Für 1953 gibt es einen Eintrag in der Starterliste zum XVII. Internationalen ADAC Eifelrennen am 31. Mai auf dem Nürburgring.


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Dort nimmt Ernst Lautenschlager auf seinem BMW Veritas RS unter der Start-Nr. 29 beim Formel-2-Rennen teil, aber er scheidet vorzeitig aus.


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Ernst nimmt am IX. Internationalen AvD Avusrennen am 12. Juli 1953 teil.


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Er startet in der Klasse für Rennwagen Formel 2 mit der Start-Nr. 29: Er kommt mit 2 Runden Rückstand auf den Sieger auf Platz 8 in der Klassierung. Das Fahrzeug ist laut Programmheft ein Veritas (BMW). Andere Quellen sprechen von einem BMW Special "Krakau"/Krakau 50-BMW.


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Am 2. August 1953 findet der XVI. Grosse Preis von Deutschland um den Rheinland Cup am Nürburgring statt.


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Wir finden Ernst Lautenschlager in der Sportwagenklasse bis 1,5 l, hier als Start-Nr. 135. Sie wundern sich, dass der Veritas jetzt nur noch 1,5 Liter Hubraum hat? In diesen Jahren, als die Veranstalter froh um jeden Rennteilnehmer waren, galt Improvisation als oberste Tugend. Um in der entsprechenden Wagenklasse starten zu können, wurde notfalls auch während der Veranstaltung kurzerhand der Motor getauscht. Das ist auch kein Problem, denn anstelle des Zweiliters wird der ebenfalls von BMW stammende sechszylindrige 1,5-Liter-Motor eingebaut. Ernst schafft es mit dem Veritas RS BMW auf Rang 7. Neben dem Fahrzeug steht Rudi Scholl.


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Am 9. August 1953 findet der Bergrekord-Meisterschaftslauf in Schauinsland statt. Es handelt es sich um ein internationales Bergrennen, das seit Jahrzehnten vom ADAC veranstaltet wird.


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Ernst Lautenschlager startet auf seinem Veritas RS BMW in der Sportwagenklasse bis 1,5 Liter Hubraum. Das Ergbnis ist nicht bekannt.



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Am 1. und 2. Mai 1954 findet die Weltmeisterschaft der Sportwagen auf der XXI. Mille Miglia statt. Sie starten in der Gruppe Grand Tourismo bis 1,5 l Hubraum.


Ernst Lautenschlager zieht die notwendige Konsequenz, statt alter Fahrzeuge kommt jetzt ein neues Sportfahrzeug ins Haus. Die Wahl fällt auf einen Porsche 356 1500 Super, das zu diesem Zeitpunkt leistungsstärkste Modell.

Rudi Scholl berichtet, dass der Porsche am regnerischen und stürmischen Morgen des zweiten Tages von einer Windbö erfasst wird. Der Tank über der Vorderachse ist schon fast leer, die Vorderräder heben ab und die beiden Rennteilnehmer verlassen die Strasse in Richtung Kornfeld. Nachdem der Schreck überwunden ist, lautet der Beschluss: Weiterfahren. Dazu muss das auf der Fahrerseite stark eingebeulte Dach jedoch erst nach oben gedrückt werden. Und weiter geht es, allerdings müssen die beiden Rennfahrer vor Bologna dann doch aufgeben.


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In der kleinen österreichischen Kurstadt Baden bei Wien versucht ein rühriger Kurdirektor, neues Publikum anzulocken. In der Stadt wird zum 4. Juli ein Strassenrennen um den Bäderpreis von Österreich ausgeschrieben.



Auch Ernst Lautenschlager erscheint mit dem wieder hergestellten Porsche zu diesem Ereignis. Aber bereits beim Training kommt das vorzeitige Aus. Ein unvorsichtiger Passant (der Legende nach mit einem Kinderwagen) gerät vor den mit vollem Tempo heranrasenden Porsche. Ernst reisst das Lenkrad herum, verschont den Fussgänger und setzt den Porsche zwischen eine Mauer und einen Mast. Das Ergebnis sehen wir hier. An eine Teilnahme am Rennen ist nicht mehr zu denken.

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Kennzeichenvergleich: Es ist derselbe Porsche, der in Italien schwer beschädigt wurde.


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Kaum zu glauben, schon am 1. August tritt Ernst Lautenschlager wieder im reparierten Porsche mit dem amtlichen Kennzeichen AW58-7147 am Nürburgring an. Dort findet der Grosse Preis von Deutschland statt.


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Ob bei den noch folgenden beiden Veranstaltungen im Jahr 1954 dieser 356 oder sein Nachfolger eingesetzt wurde, ist (noch) unklar.

Ernst hat sich jedenfalls ein Fahrzeug beschafft, das dem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich sieht. Aber es trägt das amtliche Kennzeichen AW83-6577 und besitzt einen Aussenspiegel auf dem linken Kotflügel. Beides werden wir zu späterer Gelegenheit noch sehen.



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Beim internationalen AvD Avus-Rennen um den Grossen Preis von Berlin am 19. September 1954 nimmt Ernst Lautenschlager in der Kategorie Seriensportwagen/GT bis 1600 cm³ teil.

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Für die Vitrine zu Hause gibt es eine Silberschale, gestiftet von den Continental Gummiwerken.


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(Foto: Bert Sass)

Diesmal ist ihm das Glück hold, er erreicht unter der Nr. 7 gestartet Rang 2 noch vor so renommierten Rennfahrerkollegen wie Richard von Frankenberg (4. Platz) und Wolfgang Graf Berghe von Trips (5. Platz).

Die 'ADAC Motorwelt' berichtet unter 'Schnellste Rennstrecke der Welt - Die Avus' in Heft 10 1954: "Sieger in der Klasse der Seriensportwagen bis 1600 ccm wurde Helmut Polensky, Karlsruhe, vor Ernst Conty, Stuttgart, beide auf Porsche."

Conty? Ja wirklich, gelegentlich startet unser Ernst Lautenschlager unter dem Pseudonym "Conty", häufiger jedoch "Conti".

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An der Internationalen ADAC-Rheinlandfahrt auf dem Nürburgring nimmt Ernst Lautenschlager am 3. Oktober 1954 ebenfalls mit seinem Porsche teil.

Nach den gefahrenen Zeiten erfolgte vor der Abfahrt zur Bergprüfung die Aufstellung der strafpunktfreien Wagen.

Wir zitieren aus 'ADAC Motorwelt' Heft 11 1954: "Bei den Klassen der serienmässigen Sportwagen waren die Porsche unter sich... Beide fuhren mit ihren Porsches in ausgezeichnet sauberem 'power slide' die Bergprüfungsstrecke. Rolff in 2.58,0 Min. Oebels in 3.02,4 Min... Also Klassensieger der 1300er Victor Rolff, bei den 1600ern Rolf Goetze. Der Zweitbeste in der Bergzeit der 1600er, Lautenschlager, Stuttgart, auf Porsche, war schon langsamer als Oebels."



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Während in Deutschland im Januar Schnee und Eis regieren, herrscht im Süden Frankreichs ein wesentlich moderateres Klima. Einfach nach Südfrankreich zu reisen, wäre dem Sportsmann Ernst zu wenig. Also meldet er sich für die legendäre Rallye Monte Carlo, die vom 17. bis 21. Januar 1955 stattfindet.


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Das Team Lautenschlager/Scholl startet mit der Nr. 216. Die beiden erreichen das Ziel, aber sie kommen nicht in die Wertung.


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Für die Saison 1955 beschliesst Ernst Lautenschlager, Nägel mit Köpfen zu machen. Er erwirbt einen neuen Porsche 550 Spyder. Ja richtig, solch ein Fahrzeug besass auch der junge amerikanische Filmschauspieler James Dean, mit dem dieser dann tödlich verunglückt ist. Diese Fahrzeuge entstehen in der Rennabteilung des Zuffenhausener Autoherstellers.

Zugelassen am 29. März 1955 steht nun ein technischer Leckerbissen vor der Tür. Für bessere Fahrdynamik liegt der Motor vor dem Getriebe, Mittelmotor sagt man dazu. Vier obenliegende Nockenwellen von sogenannten Königswellen (Bild links unten) angetrieben sind verantwortlich für den Ventiltrieb. Die Leistung kann sich sehen lassen: 110 PS bei 7800/min aus 1,5 Liter Hubraum, damit schafft man 0 – 100 in 10 Sekunden und kommt auf 220 km/h. Das ist nur durch die Beschränkung auf das Notwendigste möglich: Leichtmetallkarosserie mit winziger Rennscheibe. Verdeck? Seitenscheiben? Fehlanzeige, schliesslich gilt es, auf 550 kg Gewicht ohne Treibstoff zu kommen.

Die Autogrammkarte zeigt den Porsche in weisser Lackierung vor der Boxengasse der Solitude-Rennstrecke bei Leonberg. Das W21 im Kennzeichen steht für "Amerikanische Besatzungszone Württemberg, Stadt Stuttgart".



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Bereits am 17. April 1955 taucht der Porsche 550 #0033 bei den  Coupes de Paris auf.


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Schranke auf für Ernst. hinter dem Spyder sehen wir links Rudi Scholl mit Mütze und in der Mitte Hannelore Lautenschlager, Ernsts Ehefrau. Ernst Lautenschlage ist erfolgreich mit der Start-Nr. 19 und landet auf Rang 13 im Gesamtklassement und auf Platz 2 in der Gruppe Rennsportwagen bis 1500 cm³.

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Die Heimreise tritt das Team mit Pokal an.


Vom 30. April bis 1. Mai 1955 ist die XXII: Mille Miglia Brescia angesagt.


Wir finden Ernst mit seinem Beifahrer Rudi Scholl am Ende des Rennens an 23. Stelle im Gesamtklassement und auf Platz 3 in der Gruppe Rennsportwagen bis 1,5 Liter Hubraum.

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Die beiden Rennfahrer kehren heim jeder glücklich mit einem Pokal "Trofeo Franco Mazzotti"



Am 8. Mai 1955 findet auf dem Hockenheimring das Rennen um den Rhein-Pokal statt. Ernst Lautenschlager startet unter der Nr. 12.

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In seiner Klasse belegt er hinter Richard von Frankenberg den 2. Platz. Das ist ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann.


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Am 15. Mai 1955 findet in Dessau in der DDR die Strassenmeisterschaft statt.


Der Porsche Spyder von Ernst Lautenschlager trägt die Start-Nr. 20. Start! Ernst hat einen hauchdünnen Vorsprung. Aber die ostdfeutsche Konkurrenz mit den schnellen EMW zieht einer nach dem anderen vorbei, keine Chance auf einen Pokal für Ernst Lautenschlager.


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Als nächstes steht der 29. Mai im Terminkalender. Am Nürburgring wird das ADAC-Eifel-Rennen ausgetragen. Ernst rückt mit seinem Porsche 356 und dem 550 Spyder an.


Während vom Einsatz im 356 unter der Start-Nr. 86 nur dieses Foto auf dem Parkplatz zeugt, ist das Rennen mit dem Spyder gut dokumentiert.

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Der Nürburgring ist als anspruchsvolle Rennstrecke bekannt. Ernst Lautenschlager bringt seinen Spyder ins Ziel, an 11. Stelle, was angesichts der zahlreichen Starter kein schlechtes Ergebnis ist.



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Zu einem weiteren Auslandseinsatz geht es auf die Rennstrecke Boavista bei Oporto in Portugal am 26. Juni 1955.


Der Stadtkurs von Porto weist erhebliche Tücken auf. Es geht über Kopfsteinpflaster und tief eingeschnittene Strassenbahnschienen.

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Ernst liegt mit der Nr. 10 gut im Tranining, gelangt aber auf die Strassenbahnschienen. Die Reifen verlieren die Seitenführung, der Spyder gerät aus der Spur, überschlägt sich und landet mit den Rädern nach oben neben der Rennstrecke. Ernst hat sich instinktiv zur Seite geduckt – der Porsche hat keinen Überrollbügel – und ist unverletzt aus dem Wagen herausgekrochen.

Nach diesem Vorkommnis ist für den Mechaniker an Schlaf nicht zu denken. Er hat 24 Stunden Zeit, den Spyder wieder einsatzbereit zu machen. Ein portugiesischer Helfer und er dengeln die ganze Nacht die Aluhaut wieder in Form, damit Ernst am Folgetag am Rennen teilnehmen kann.

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Und tatsächlich, zum Rennen ist er am Start und kommt sogar auf den 3. Platz, was uns Bernhard Völkers Renn-Archiv verrät. Nach dem Rennen gleich noch einmal unser Held mit seinem Team. Von links Rudi Scholl, dahinter seine Frau Ruth, auf dem Porsche Hannelore und Ernst Lautenschlager, dahinter Benno Murazzi, häufiger Begleiter des Rennteams. Nur der junge Mann ganz rechts bleibt unbekannt.


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Vom 17. bis 21. August 1955 findet die berühmte Langstreckenfahrt Lüttich-Rom-Lüttich statt. Es gilt, 5156 km in einer Etappe zurückzulegen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 bis 72 km/h je nach Strasse.



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Der Porsche steht mit der Nr. 46 und einem zusätzlichen Weitstrahler an der Startlinie - noch schnell ein Fotos für's Fotoalbum mit Ernst Lautenschlager mit seinem Co-Piloten Heinz Fischer. Aber das war's dann auch, Ankunft Fehlanzeige.


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Am 28. August findet am Nürburgring der Grosse Preis der Sportwagen statt, Distanz 500 km.


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Trotz allen Einsatzes reicht es leider nur zu einem 11. Platz.




Bereits am folgenden Wochenende ist in Stockholm ein Rennen angesagt, bei dem Ernst Lautenschlager mit dem Spyder teilnimmt. Bernhard Völker konnte bis jetzt Folgendes recherchieren: Ernst ist unter der Nr. 10 gestartet in der Klasse Spezialsportwagen bis 2000 ccm; allerdings nach 5 von 25 Runden ausgefallen.


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Beim Avus-Rennen am 25. September 1955 in Berlin tritt Ernst Lautenschlager mit 2 Fahrzeugen an.


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Für Rennen 2, den AvD-Preis der Avus ist Ernst mit seinem Porsche 356 unter der Start-Nr. 46 gemeldet in der Gruppe Grand-Tourisme-Wagen bis 2000 ccm. In der Runden-Tabelle des Programmhefts hat unser begeisterter Zuschauer die Nr. 46 nur in der 2. Runde eingezeichnet. Aber schon in Runde 3 fehlt Lautenschlager.

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Ernst startet unter der Nr. 20, er steht hinter dem EMW mit Start-Nr. 9. Der 550 Spyder hat mittlerweile eine Verjüngungskur erfahren. Die Frontpartie des Porsches wurde mit Öffnungen zur Kühlung der vorderen Bremsen versehen und die Karosserie ist hochglänzend silbern lackiert. Ernst Lautenschlager wird sich auf den 6. Platz heranarbeiten.


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Porsche hat zum Herbst 1955 das neue Modell 356 A mit einer nunmehr gerundeten Windschutzscheibe herausgebracht. Solch einen hat sich Ernst flugs als Carerra geordert. Das heisst, dass das harmlos ausschauende Coupé unter der Motorhaube den 4-Nockenwellenmotor des Porsche 550 Spyder verbirgt. Zwar sind in dieser Strassenversion "nur" 100 PS verfügbar statt 110 im Spyder, damit ist man zweifellos "King of the road". Hier steht er irgendwo in Norditalien stolz neben seiner Neuerwerbung mit dem amtlichen Kennzeichen W58-8690.


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Grosses Hallo bei den Verwandten in der Lahrensmühle, wenn Vetter Ernst im Spätherbst mit dem "Neuen" auftaucht.


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Die Mille Miglia schätzt Ernst Lautenschlager besonders. So nimmt es nicht Wunder, dass er zum Start der Saison 1956 am 29. April unter der Nr. 253 auf seinem Porsche 356 Carrera mit Co-Pilot Heinz Fischer in der Klasse T/GT1.6 dort antritt.



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Für die beiden Draufgänger endet das Rennen im Krankenhaus, nachdem sie den Porsche bei San Benedetto kräftig kaltverformt haben.

Beim Anblick der Front des 356 Carrera wird klar, dass hier ein heftiger Aufprall stattgefunden hat und die nicht angeschnallten Insassen  erhebliche Verletzungen erlitten haben müssen. Durch die Sturzhelme wurde zumindest das Schlimmste verhindert. Ernst Lautenschlager hat sich beim Unfall erheblich an der Wirbelsäule verletzt, er muss 3 Wochen im Krankenhaus in Italien bleiben.


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Beim VI. Grossen Preis von Portugal am 9. Juni 1957 erleben wir den letzten Auftritt von Ernst Lautenschlager im Porsche 550 Spyder. Die Veranstaltung findet in Lissabon im Monsanto Park statt. Die 5,44 km lange Strecke lässt weniger hohe Geschwindigkeiten zu als der Kurs in Porto und findet auf einem Teil der Nationalstrasse Caxias – Lissabon statt.


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Das Starterfeld ist breit gefächert, denn es nehmen Fahrzeuge von 1500 bis 3500 cm3 teil. Auf Porsche 550 Spyder treten folgende Fahrer an: Correia de Oliveira, José Manuel Simões, José Nogueira Pinto, Marinho de Lemos und Ernst Lautenschlager, der hier den Fahrersitz erklimmt.

Auch im Rennen treten zwei Hubraum-Klassen gemeinsam an. Ernst landet auf dem 7. Rang seiner Klasse und dem 12. Platz in der Gesamtwertung.


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Weitere Rennaktivitäten sind für 1957 und 1958 nicht bekannt. Der Porsche 550 Spyder wird verkauft und gelangt später in die USA.

Zwischendurch steht mal wieder ein Besuch in der Lahrensmühle an. Vetter Ernst ist mit dem sechszylindrigen Opel Kapitän vorgefahren, den er angesichts seiner angegriffenen Wirbelsäule als komfortables Transportmittel nutzt. Die Gelegenheit hat die nächste Generation genutzt, auf dem Fahrersitz Platz zu nehmen und vorsichtig ins Lenkrad zu fassen.




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Da steht der brandneue Renner mit der Fahrgestell-Nr. CS 00127, fertiggestellt am 26.03.1959. In Sachen Karosserieform kann den Italienern zu jener Zeit niemand etwas vormachen, der Monoposto (Einsitzer) sieht einfach hinreissend aus. Gruppenbild mit dem Stanguellini-Rennleiter Sergio Sghedoni.


Für 1959 steht wieder ein Fahrzeugwechsel an: Ernst Lautenschlager übernimmt am 4. April einen von rund 70 in diesem Jahr gebauten Stanguellini-Fiat Formel Junior. Das ist eine neue, in Italien vom italienischen Rennfahrer und Journalisten Giovanni Conte Lurani kreierte Rennwagen-Klasse, die Nachwuchspiloten eine Chance geben soll. Der offene Einsitzer (Monoposto) muss einen Radstand von mindestens 2000 mm haben, der Motor darf maximal 1,1 Liter Hubraum aufweisen und muss von einem homologierten Fahrzeug (in unserem Fall ein Fiat 1100) stammen.

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Natürlich gibt es auch wieder eine Autogrammkarte.

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In der Nähe von Verona findet der 2. Corsa in Salita auf öffentlichen Strassen zwischen Stallavena und Boscochiesanuova statt, und zwar genau einen Tag nach Übernahme des Fahrzeugs am 5. April 1959.


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In voller Fahrt geht es durch die Berge und er kommt auf den 5. Platz.

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Und weil es so schön war, gleich noch einmal mit der Giulietta unter der Start-Nr. 332. Wie sich unser Rennfahrer mit dem Alfa-Romeo geschlagen hat, bleibt im Dunkeln.


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Jetzt geht es schnell nach Hause, denn Ernst Lautenschlager will seine Neuerwerbung der deutschen Öffentlichkeit präsentieren.


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Die Fach- und Tagespresse ist eingeladen, den Boliden auf der Solitude-Rennstrecke in Augenschein zu nehmen.

Wir zitieren aus 'Das Auto, Motor und Sport' Heft 9 von 1959: "Der erste Deutsche, der einen Original-Stanguellini Junior Grand Prix Wagen nach Deutschland gebracht hat, ist der Stuttgarter Ernst Lautenschlager. Er ist mit diesem Fahrzeug auch bereits in einem italienischen Bergrennen in der Nähe von Verona gestartet, wo er in der Junior-Klasse 5. wurde.


Zurück nach Italien und neuer Einsatz für das Fahrzeug am 19. April wieder unter der Start-Nr. 5 beim VII. Trofeo Bruno e Fofi Vigorelli.




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Ernst beim Training in Monza. Im Rennen wird er nur 7., aber er ist die höchste Geschwindigkeit des Tages gefahren: knapp 210 km/h.


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Die nächste Veranstaltung findet am 3. Mai in Frankreich auf der Rennstrecke von Montlhéry statt.


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Nach 11 Runden gibt es den ersten Ausfall mit dem Stanguellini.


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Schnell weiter, denn am 9. Mai ist der I. Grand Prix de Monaco für die Formel Junior.


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Ernst Lautenschlager beäugt seinen Rennwagen kritisch, während Rudi Scholl schraubt. Es reicht nur zum 5. Platz.




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Nächste Veranstaltung am 31. Mai ist der Formel Junior Lauf des I. Internationalen Flugplatzrennens Pferdsfeld/Hunsrück.


Ernst Lautenschlager geht es unter der Nr. 160 auf die Strecke. Er wird Zweiter hinter Wolfgang Graf Berghe von Trips. Leider sind keine Bilder hiervon überliefert.


Am 7. Juni 1959 findet der III. Copenhagen Cup auf dem Roskilde Ring statt.

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Ernst Lautenschlager startet unter der Nr. 52. Er bleibt in den drei Läufen auf dem nur 1,4 km langen Kurs an erster Stelle, seine Gesamtfahrzeit beträgt 20'34,6''.



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Bei der Heimfahrt vom Roskilde Ring reist ein Pokal im Gepäck mit.


Am 14. Juini stossen wir wieder auf Ernst Lautenschlager mit Start-Nr. 118 beim Rossfeld Bergrennen am Obersalzberg bei Berechtesgaden.

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Das Publikum trotzt Regen und Nebel, um die Formel-Junior-Piloten in Aktion zu sehen.


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In 'Das Auto, Motor und Sport' Heft 14 1959 (erschienen am 04. Juli 1959) schreibt Richard von Frankenberg: "Der Stuttgarter Lautenschlager brachte seinen Stanguellini nicht in die Rangliste, sondern zweimal an eine Felswand, relativ sanft, so dass ihm nichts passierte."


Auf dem Flugplatz Hörsching wird am 5. Juli der Preis von Linz ausgetragen.Es ist die Österreich-Premiere für die Formel Junior.

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Ernst Lautenschlager startet unter der Nummer 81.


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Das Ergebnis: Erster Gerhard Mitter auf Mitter-DKW (gefahrene Zeit 42'37,3''), Zweiter Ernst Lautenschlager (42'53,9''), als Dritter fährt Sepp Liebl auf Gordini-Simca genau eine Minute später durchs Ziel.


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Zum 22. Internationalen Eifelrennen am 12. Juli 1959 starten erstmals in Deutschland die Formel Junior Monoposti auf der Nürburgring Südschleife.


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Zunächst verläuft es vielversprechend für Ernst, denn er kommt gut vom Start weg. Er ist sogar zu schnell für Rudi Scholls Kamera, man kann die Start-Nr. 14 nur erahnen. Aber dann kommt der Ausfall.



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Es folgt das Solitude-Rennen am 19. Juli 1959.


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Die beiden Tage vor dem Rennen verlaufen erfreulich. Aber beim Rennen vor heimischem Publikum patzt Ernst Lautenschlager. Er leistet sich einen Dreher und sein Konkurrent Eberhard Mahle kann auf dem Hartmann-DKW vorbeiziehen. Ergebnis: nicht platziert.


Nächster Termin ist das ADAC Schauinsland Bergrennen bei Freiburg am 26. Juli 1959. Es geht von Horben 12 Kilometer lang durch zahllose Kurven über die Holzschlägermatte bis zur Seilbahn-Bergstation auf dem Schauinsland.

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Und los geht's, aber wir kennen das Ergebnis nicht.


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Am 6. September 1959 findet im Süden Frankreichs nördöstlich von Toulouse der 10 Grand Prix von Cadours für die Formel Junior statt. Das ist eine fast vergessene Rennstrecke, die über die im Dreieck zueinander gelegenen Landstrasse D89/D29/D41 verläuft und letztmals 1961 genutzt wurde.


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Zweikampf von der Tribüne aus gesehen: Vorn Ernst mit der Nr. 3, aber wieder wissen wir nicht, wie das Rennen für ihn geendet hat. Dies ist der letzte Einsatz für den Formel-Junior-Renner. Über den Verbleib des Fahrzeugs ist nichts bekannt.


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Das Stanguellini-Abenteuer ist beendet, denn am 24. Juli 1960 beim Großen Preis der Solitude taucht Ernst Lautenschlager in einem Fahrzeug des Fitzwilliam Racing Teams auf.

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Ernst wartet, der Lola MK2 Ford trägt die Start-Nr. 8.


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Die Nr. 8 in voller Fahrt. Am Ende des Rennens erreicht er an achter Stelle liegend das Ziel.




Für den 2. Oktober 1960 zum Eifelpokal Rennen Nürburgring Südschleife ist Ernst Lautenschlager für das Fitzwilliam Racing Team wieder auf Lola MK2 Ford gemeldet, kommt aber nicht zum Einsatz.

Damit endet der Ausflug in die Formel Junior.


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Für den Abschluss seiner Rennfahrerlaufbahn hat sich Ernst Lautenschlager etwas ganz Besonderes geleistet.

Bei der ersten Adresse, nämlich Auto-Becker in Düsseldorf, dem Ferrari-Importeur für Deutschland, bestellt er einen Ferrari 250 GT SWB California Spyder Competizione in silber. Ein hinreissendes Fahrzeug, entworfen und gebaut von Scaglietti auf kurzem Radstand mit Leichmetallkarosserie. Der 3 Liter 12-Zylinder V-Motor leistet 280 PS bei 7000/min. Ernsts 250 GT wird im April 1961 fertig gestellt. Es besitzt als Besonderheiten mit Plexiglas abgedeckte Scheinwerfer, einen vergrösserten Tank mit aussenliegenem Einfüllstutzen und ein Hardtop.

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Mit diesem Fahrzeug bleibt man natürlich nicht unbemerkt, und so sind eine ganze Reihe von Veranstaltungen bekannt, an denen Ernst Lautenschlager teilgenommen hat.

Zum Flugplatzrennen in Innsbruck startet Ernst Lautenschlager am 8. Oktober 1961.

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1. Platz, Ernst (ganz rechts) mit Siegerkranz.




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Beim 2. Schorndorfer Bergrennen am 15. Oktober 1961 startet Ernst mit der Nr. 250.


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Ernst Lautenschlager am Start zum Training.

Das Ergebnis für die Grand Tourisme-Wagen über 1600 ccm: 1. Eugen Böhringer, Stuttgart, auf Mercedes 300 SL 3:58,1 = 90,8 km/st, 2. Ernst Lautenschlager, Stuttgart, auf Ferrari 250 GT 4:19,8 = 83,2 km/h.


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In Eberbach am Neckar findet 22. Oktober 1961 zum 5. Mal ein Bergrennen statt.


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Der Ferrari trägt dieses Mal die Start-Nr. 156. Ergebnis: Grand Tourisme über 2000 ccm: 1. Lautenschlager, Stuttgart, Ferrari; 2. Werner, Eschwege, Mercedes-Benz 300 SL.


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Zum Internationalen AvD-Avus-Rennen findet sich Ernst Lautenschlager am 13. Mai mit dem Ferrari in Berlin ein.


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Er landet unter der Start-Nr. 66 auf dem 6. Platz in seiner Klasse, wie wir aus dem Archiv von Bernhard Völker wissen.


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Zum AvD Flugplatzrennen in Oberschleissheim am 3. Juni startet Ernst mit der Nr. 95.


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Ernst liegt vorn, hinter ihm Eberhard Mahle im Mercedes 300 SL Roadster. Wir haben kein Ergebnis vorliegen.

(Foto: Rainer D. Schlegelmilch)


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Beim ADAC Norisring-Rennen am 1. Juli 1962 ist Ernst Lautenschlager unter seinem Pseudonym "Conti" gemeldet. Der Ferrari startet unter Nr. 53.


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Die erste Startreihe, ganz rechts ein Aston-Martin DB5. Am Ende des Rennens ist die Bilanz nicht pokalträchtig: Dank Bernhard Völkers Archiv wissen wir, dass das Ergebnis der 4. Platz ist.


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Am 8. Juli findet das ADAC Flugplatzrennen München-Neubiberg statt.


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Ernst startet unter der Nr. 55 und kommt erneut auf den 4. Platz in seiner Klasse.


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Zum letzten Renneinsatz kommt es nach unseren Informationen beim Internationalen Solitude-Rennen am 15. Juli 1962.


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Ernst Lautenschlager startet unter der Nr. 9 in der Grand-Tourismo-Klasse.  Wir sehen ihn hier neben dem Ferrari im Starterfeld. Ergebnis: 11. Platz.




Wir haben noch eine Nennung für das Bergrennen Schauinsland bei Freiburg ausfindig gemacht. Ernst ist abermals unter "Conty" gemeldet. Das Ergebnis ist nicht bekannt.

Damit enden zehn Jahre als privater Rennfahrer. Ernst muss sich wieder mit vollem Einsatz seinen gastronomischen Betrieben widmen.




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Schon kurze Zeit später geht der Ferrari in andere Hände über. Das war ja dann nur ein kurzes Vergnügen. Aber dieses nur in 55 Exemplaren gebaute Fahrzeug geht natürlich nicht unter, sondern gelangt über die Stationen Esslingen, Bonn, USA schliesslich nach Gross-Britannien. Dort glänzt es nach einer vorübergehenden länger anhaltenden roten Lackierung wieder in dezentem Graumetallic. Das Foto zeigt den einstigen Besitzer mit dem Fahrzeug.

Und wie lautet das Resumee? Da hat jemand seinen Traum gelebt, koste es, was es wolle, solange zahlungskräftige Kunden dessen Etablissements besuchen und für den finanziellen Rückhalt sorgen. Heute taucht er gelegentlich bei Veranstaltungen als Zeitzeuge auf, wobei sein Rückblick sicher idealistischer ausfällt als unsere Auflistung seiner Aktivitäten. In einer Fabel von Jean de la Fontaine über die Ameise und die Grille lernen wir, dass die Ameise unermüdlich Vorräte für schlechte Zeiten sammelt, während die Grille unbekümmert ihr Konzert gibt. So gesehen ist Ernst Lautenschlager eine liebenswerte Grille, die ohne Angst vor dem Morgen ihr Leben lebt. Wer ihn, wie der Chronist, im Alter von 97 Jahren persönlich erlebt hat, eloquent, aufgeschlossen, ein Herr der alten Schule, untadelig gekleidet und jederzeit bereit, eine passende Rede zum jeweiligen Anlass zu halten, kann nur seine Hochachtung ausdrücken. Da hat jemand gelebt ohne Kompromisse. Sein grösster Wunsch war, noch seinen 100. Geburtstag zu erleben. Er hat das Ziel leider um vier Tage verfehlt.

Trotzdem: "Hauptsache Spass gehabt", vielleicht eine Anregung für unzählige Kleingeister.

Chapeau Ernst.