Startseite Veranstaltungen im Rückblick "Internationaler Tag des offenen Denkmals" 2001

"Internationaler Tag des offenen Denkmals" 2001

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Sonntag - 9. September


“Mühle und Natur”

Eberhard Bohn von der Deutschen Gesellschaft zur Erhaltung von Wind- und Wassermühlen wollte den mächtigen Mühlstein der Lahrensmühle nach traditioneller Handwerksart schärfen. So war es geplant. Doch wie so oft nimmt die Veranstaltung einen anderen Verlauf. Tatsächlich hatte Eberhard Bohn stets eine Schar von aufmerksamen Zuhörern um sich versammelt, die von seinen Aktivitäten bei der Erhaltung der Mühlen im schwäbischen Wald, vom Bau von Mühlrädern für eben diese Mühlen, aber auch von Sagen und Legenden, die sich um Mühlen und deren Besitzer ranken gar nicht genug hören konnten. So war am Abend zumindest der Versuch zu verzeichnen, den Mühlstein zu schärfen, die letztendliche Ausführung muss aber wohl noch warten.

Die Inhaberin des Jahrring-Labors, Jutta Hofmann nahm anhand einer dendrochronologischen Untersuchung, die am Mühlengebäude der Lahrensmühle durchgeführt wurde, die genaue Datierung vor. Bei dieser Bestimmungsmethode wird die Folge der Jahresringe, die je nach der Witterung im betreffenden Jahr mal breit, mal schmal ausfallen, wie eine Art von Strichcode zur Zeitbestimmung eingesetzt. Besondere Genauigkeit erfährt diese Methode durch die Tatsache, dass zur Zeit des Mühlenbaus es üblich war, die im Winter gefällten Bäume gleich im kommenden  Frühjahr zum Hausbau zu verwenden.

Die Zimmerleute der Firma Ziegler zeigten die Bestandssicherung der über 400 Jahre alten Mühlenscheuer, die mit Hilfe des Landesdenkmalamtes und der Stiftung Denkmalschutz erhalten werden konnte. Mehrere Flaschenzüge brachten das dramatisch schiefstehende Gebäude wieder ins Lot. Die Maßnahme wurde so vorsichtig durchgeführt, dass 90% der originalen Ausfachungen erhalten werden konnten. Neue, zusätzliche Aussteifungen verhindern heute eine Gefährdung der Substanz.

Technikhistoriker Ralf Spicker von der Universität Stuttgart beleuchtete das Thema der Wasseranlage einer Mühle, deren Varianten und vor allem die Funktion näher. Anhand von Fototafeln zeigte er die Lage der Bestandteile der einstigen Wasseranlage der Lahrensmühle und suchte die noch vorhandenen Spuren im Jetzt.

"Pflanzen und Tiere in der Umgebung der Lahrensmühle" waren das Thema von Dr. Martin Nebel und Diplom-Biologe Martin Schmid. Dabei wurde den Besuchern vermittelt, was an und in der Glems wächst, welche Pflanzen und Tiere in der Glemsaue und in den Streuobstwiesen um die Lahrensmühle vorkommen. Die hier herrschenden Lebensbedingungen verraten, dass die hier noch unberührte Natur ein Rückzugsgebiet für selten gewordene Pflanzen und Tiere ist.



Jazzkonzert in der Lahrensmühle

Den Abschluss des vielfältigen Programms zum "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag, dem 9. September in der Lahrensmühle bildete ein Jazzkonzert. Der Bassist Mini Schulz, bekannt u.a. vom Stuttgarter Kammerorchester, und der Saxophonist und Bassklarinettist Peter Lehel, Jazzpreisträger des Landes Baden-Württemberg, verbanden mit der Musik ihrer Jazzgruppe Klassik und Moderne. Sie spielten eigene Kompositionen, Stücke von Victor Young, "Kommentare" zu J.S. Bach, aber auch ungarische, traditionelle Musik mit Anklängen an Kodaly und Bartok. Beide Musiker arbeiten seit mehreren Jahren zusammen und haben mit dem "Peter Lehel Quartett" und mit "Saltacello" eine Vielzahl von CDs herausgebracht.

Veranstalter: Warmbronn