Samstag 30. Mai 19.30
|
|
"Theatersport"Improvisationstheater Wer's nicht gesehen hat, ist selbst schuld! Es gibt kaum eine Möglichkeit, sich besser zu amüsieren als bei Volker Quandts Improvisationstheater "Theatersport". Ein Zuruf aus der Zuschauermenge und die Schauspieler improvisieren daraus spontan und frei einen sprühenden Wortwechsel. Nichts ist vorher abgesprochen. Nichts ist vorbereitet. Ein Lacherfolg jagt den nächsten ... In Tübingen hat der aus 2 Schauspieler-"Mannschaften" bestehende "Theatersport" mit über 750 Vorstellungen schon die Rekordmarke von 260.000 Zuschauer/innen überschritten. Für die Lahrensmühle wurde die Improvisations-Show an die kleine Mühlenbühne angepasst: Es treten keine 2 Mannschaften "sportlich" gegeneinander an, aber dem sprühenden Witz tut's keinen Abbruch. Veranstalter |
|
Höchste Suchtgefahr beim Theatersportvon Sybille Schurr (Leonberger Kreiszeitung 02.06.2009) |
||
|
|
Leonberg. In Zeiten, in denen so manchem das Lachen vergeht und – ernsthaft – Lachschulungen und -kurse angeboten werden, ist Theatersport geradezu ein Allheilmittel. Theatersport ist Kult. Im Rahmen der schon Tradition gewordenen Veranstaltungsreihe Kulturpfingsten hat die Theatersportgruppe aus dem Landestheater Tübingen, im übrigen Deutschlands älteste Theatersportgruppe, am Samstagabend in der Lahrensmühle Station gemacht. Das Bauchmuskeltraining mittels Zwerchfellerschütterung stiess auf ein begeistertes Publikum. Viele Neulinge, aber auch eine grosse Schar erprobter Theatersportler. Im klassischen Wettkampf treten zwei Schauspieler-Mannschaften gegeneinander an. Am LTT in Tübingen sind damit bereits Rekordmarken erzielt worden: 750 Vorstellungen mit über 260 000 Zuschauern. Theatersport macht süchtig. Für die Lahrensmühle wurden neue Regeln aufgestellt, die kleine Bühne im Mühlenraum bietet nicht ausreichend Platz für zwei Mannschaften, deshalb trat nur eine Mannschaft auf, die gegen die Zeit spielte. Das Publikum ist rasch mit den Regeln vertraut: Der Ringrichter gibt eine Szene vor, die Schlüsselwörter werden aus dem Publikum zugerufen und dann wird wie im Boxsport angezählt - fünf, vier, drei, zwei, eins und los geht's. Kopfüber stürzt sich die kleine dreiköpfige "Sportgruppe" ins Improvisieren. "Herr Kaiser" am Klavier unterlegt die Szenen musikalisch. Mitten hinein in die grosse Oper, ins gefühlsbetonte Musical, in Eigersuchtsdramen, poetische Begegnungen an unwirtlichem Ort, viel Herz und noch mehr Schmerz, Hassgefühle und Mordgelüste. Tabus gibt es keine und genauso wenig Grenzen für grosse Gesten und grosse Gefühle. Im Theatersport ist alles erlaubt, selbst das rücksichtslose Ausbooten der Mitspieler mittels Übertrumpfen. Am Anfang weiss keiner, wohin es geht. Manche Wendung ist so erstaunlich, dass selbst die Akteure auf der Bühne das Lachen nur schwer zurückhalten können, die Zuschauer tun sich keinen Zwang an. Die Lachtränen rollen. Simple Worte und Begriffe setzen das Spiel der unbegrenzten Möglichkeiten in Gang. Am Samstag stand das Publikum ganz offensichtlich noch unter dem Eindruck des "Big Bang", mit dem die Bürohochhäuser der ehemaligen Bausparkasse in die Vergangenheit befördert werden sollten. "Sprengung" wünschten sich die Zuschauer immer wieder um am Ende wurde das erste, einzige und echte Leonberger Musical daraus: "am Mühlkanal" vertraut sich die junge Sekretärin einem Unbekannten an, keine Bürohochhäuser mehr, kein Job mehr... Ein gütiges Sternlein bringt jedoch Rettung Theatersport kommt ohne Kulisse aus, ohne Kostüme, ein wenig Klavierbegleitung, ganz viel pantomimische Experimentierfreude und ganz viel lustvolle Einbildungskraft in den Köpfen der Zuschauer. Versuche, den Erfolg von Theatersport zu erklären, scheitern. Der Charme erschliesst sich beim Sehen, beim Mitverfolgen des Entstehungsprozesses, beim Mitfiebern, wie die Schauspieler dort oben auf der Bühne die Aufgabe wohl lösen werden. Die LTT-Truppe setzte dabei ihre Fähigkeiten kreativ und spontan ein für das für den Moment erschaffene einmalige Schauspiel. Das rein oberflächlich nichts anderes will, als unterhalten und doch immer wieder aufs Neue beweist, dass Theater ein Ort der Fantasie ist und es immer wieder ein Publikum gibt, das sich auf dieses Abenteuer einlassen will. Deshalb ist Theatersport Kult, deshalb besteht höchste Suchtgefahr. |
|
Sonntag 31. Mai 19.30
![]() |
"Zwei Zauberer"Zauberei in der Lahrensmühle Lassen Sie sich zurückfallen in die Welt der Gaukler, Scharlatane & Quacksalber, als sie die Leute mit ihrer phantasischen Magie in ihren Bann zogen. Doctor Marrax ist einer dieser letzten Spezies, welcher Ihnen diese Kunst authentisch präsentieren kann. 12 Nationen unter einen Hut zu bringen war noch nie leicht. Hermes Kauter von der Merklinger Zaubermühle schafft das spielend! Natürlich hilft ihm dabei sein Zauberhut! Veranstalter |
|
Mit zauberhafter Lässigkeit die Epochen überwundenvon Sybille Schurr (Leonberger Kreiszeitung 02.06.2009) |
||
|
|
Leonberg. Fahrende Gaukler, Zauberer und Jahrmarktskünstler haben am Pfingstsonntag in der Leonberger Lahrensmühle die Zuschauer bezaubert. Der Liebling der Zuschauer war Dr. Marrax, der insgeheime Star der Szene. "Herrrreinspaziert!" Nach dieser Aufforderung nimmt man beherzt die Klinke in die Hand, die in Schulterhöhe ist, öffnet die schwere hölzerne Tür und tritt ein in den dämmrigen Mühlenraum. Um gleich in eine andere Welt zu versinken. Marktschreierisch tritt da einer auf die Bühne: Zerzaustes Haar samt Vollbart unterm Zylinder, einem leicht schmierigen Frack und mit schweren Knobelbechern bewaffnet. Im Gepäck hat er ein Wunderpülverchen. Marx-o-fax, das "Pilverchen" des Dr. Marrax ist, so sagt er, landauf, landab bekannt. Sein Erfinder gehört zu den (preisgekrönten) Stars der Strassenzauberer. Der Dr. Marrax ist ein Gesamtkunstwerk: Levantinischer Handelsreisender aus Zeiten, als es mit Pferd und Wagen oder auf Schusters Rappen langsam voranging. Ein Jahrmarktsgelehrter und Gaukler, dessen Sprache ihn als einen Weitgereisten und Vielwissenden ausweist. Wo er auch hinkommt, da versammelt er "die Bürger" in Scharen um sich und beweist mit allerhand abstrusen Experimenten die Wirksamkeit seines Pilverchens. Da schaudert es das staunende Volk, wenn sich der Gelehrte einen Nagel in den Kopf bohrt, dem "Pilverchen" sei Dank, dass es ohne Blutvergiessen abgeht, aber so wird das Gehirn gelüftet und der Kopfschmerz ist vorbei. Kopfzerbrechen machten sich die Bürger in der Lahrensmühle allerdings schon über die so gewandt vorgetragenen Zauberkünste. Warum ist das Ei mit dem "Löchelchen", in dem das "Tichlein" verschwindet, am Ende doch ein richtiges Ei mit Eigelb und Dotter, wie es sich für ein Ei gehört? "Die wundersamen Löcher von der Lahrensmühle sorgten für grosses Staunen und hebelten jede Realität aus, wenn aus dem in der Faust "zerdrickten Zucker" plötzlich ein Würfelzucker wird. Nicht weniger bunt trieb es Frascatelli, der aus der Merklinger Zaubermühle in die Lahrensmühle gezogen kam. Er nahm seine Zuschauer mit auf eine Weltreise der Gaukler. Sozusagen zwölf Nationen unter einem Hut. Und der besteht in Wirklichkeit nur aus einer breiten Hutkrempe, die fingerfertig und geschickt, gefaltet und geknotet wird - und schon ist aus dem Dreispitz ein Turban geworden. Die Kopfbekleidung ist der Wegweiser der Reise. Aus dem Handgelenk schüttelt der grosse Frascatelli so manches Wundersame. So erklärt er anhand von "Bubele und Mädele" mit italienischem Charme die Fortpflanzung auf seine ganz eigene Art. Staunen und Lachen liegen da dicht beieinander. Ein auf neue Weise gefalteter Hut, eine kleine symbolische Melodie, ein paar typische Tanzschritte und schon hat Frascatelli Italien verlassen und kommt in Spanien an, versetzt die Zuschauerin napoleonische und fridericianische Zeiten. Mit zauberhafter Lässigkeit überwindet er Ländergrenzen und Epochen. Ihr Zuschauer, Bürger vergangener Städte und Zeiten: Es gibt mehr Ding zwischen Himmel und Erde, als ihr träumen könnt. Lasst sie ein, die Gaukler und überschreitet mit ihnen die Schwelle der Fantasie. |
|
Sonntag 31. Mai / Montag 1. Juni
Skulpturenausstellung an der LahrensmühleDie diiesjährige Ausstellung an der Lahrensmühle sprengte im wahrsten Sinne des Wortes den üblichen Rahmen. Gleich 7 Bildhauer waren der Einladung gefolgt und stellten Beispiele ihres Wirkens vor. Diese waren in der Mühlenscheune zu besichtigen, wozu sich noch Grossskulpturen im Freien hinzugesellten. Und um den Besuchern die Arbeit eines Bildhauers näher zu bringen, hatten 3 Künstler zugesagt, sich bei der Arbeit über die Schulter schauen zu lassen. Sie waren auf der Terasse der Mühle sowie in und vor der Mühlenscheuer bei der Erschaffung einer Skulptur live zu erleben. Die folgenden Künstler (in alphabetischer Reihenfolge) stellten an der Lahrensmühle aus: |
||
|
Reiner Anwander1952 geboren in Backnang |
|
|
Reiner Anwander ist fasziniert von der Magie, die von alten Eichenbalken ausgeht. Welchen Teil der Weltgeschichte haben die betagten Stücke erlebt? Wo haben sie gestanden? Anwander nimmt sich der Kleinode an, gestaltet sie, ohne ihnen ihre arteigene Ausdruckskraft zu nehmen. Titel: "Schiller" (entstanden anlässlich eines Bildhauer-Symposiums in Ludwigsburg) |
|
|
Hans Berweiler1934 geboren in Stuttgart Ständige Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, Goldmedaille für Plastik im Salon International Paris |
|
|
Die Bausteine des Lebens finden zusammen und bilden eine präzise Einheit, die organisches Leben möglich macht. Die Skulptur symbolisiert die ursprüngliche Zusammenfügung der anorganischen Materie, die dadurch zum Organismus, zur Lebensmöglichkeit führt. Titel: "Prägnanz" |
|
|
Thomas Dittus1962 geboren in Herrenberg |
|
|
Thomas Dittus verleiht seinen Skulpturen eine Aussage, die es ermöglicht, sich selbst darin wiederzufinden. Formen, die sprechen und doch die Möglichkeit geben, mitzureden. Formen, die ansprechen und doch jedem die Freiheit der eigenen Gedanken erlauben. |
|
|
Birgit Feil1965 geboren in Stuttgart |
|
|
Kennzeichnend für die Arbeit von Birgit Feil ist eine merkwürdige Leichtigkeit und Verhaltenheit, die keine formale Verfremdung und Übersteigerung notwendig hat. Die figürliche Plastik wird als plastische Figur nicht problematisiert, weder im Ausdruck gesteigert, noch formal verfremdet. Es gelingt ihr, den Schein der realen Situation in ein "Scheinen" zu verwandeln. Titel: "Lara" |
|
|
Michaela A. Fischer1953 geboren in Alpirsbach |
|
|
Michaela Fischers Werk kreist um den Menschen. Es ist der Mensch in Grenzsituationen, in Phasen des Übergangs. Grenzen werden auch in formaler Hinsicht ausgelotet. Immer wieder konfrontiert die Künstlerin die Figur mit abstrakten Formen, mit Blöcken, Platten. Titel: "Schnürfigur" |
|
|
Guillermo de Lucca Villacis1957 geboren in Guayaquil, Ecuador |
|
|
Guillermo de Luccas Werke haben eine in sich ruhende Harmonie aber auch Energie, die seinen inneren, musikalischen Schwingungen und Rhythmen entspringen. In seinen Arbeiten findet er eine Symbiose zwischen dem Konzeptionellen-Konstruktivistischen und Abstrakt-Figurativem, wie dem Symbolischen. Titel: "Mutter und Kind" |
|
|
Frank Teufel1966 geboren in Tuttlingen |
|
|
Wie kaum ein anderer verfolgt Frank Teufel den Weg der minimalistischen Abstraktion. Seine reduzierten Formen zwingen zu Konzentration und Auseinandersetzung. Sie setzen dem Betrachter keine fertigen Ergebnisse vor, sondern eröffnen ihm ästhetische und mentale Spielräume. Der Dialog, den der Betrachter dabei mit dem Werk eingeht, ist eines der zentralen Anliegen des Künstlers. |
|
Plastiken beleben das Mühlengelände |
||
von Gabriele Müller (Leonberger Kreiszeitung 25.05.2009) LEONBERG. Für den Mühlenbesitzer erfüllt sich ein Traum. Dieses Jahr beherbergt seine Lahrensmühle über Pfingsten nicht nur Kunst und Künstler in Innenräumen, sondern erstmals auch im Freien. Und die riesigen Skulpturen wirken, als stünden sie schon immer da."Von mir aus könnten die Künstler sie vergessen und müssten sie gar nicht wieder abholen" äussert Thomas Lautenschlager seine Zufriedenheit über das gelungene Ergebnis. Sieben Bildhauer stellen beim diesjährigen Kulturpfingsten bei ihm aus. Und, auch das ist neu: drei von ihnen werden an dem langen Wochenende vor Ort sein und sich beim Arbeiten über die Schulter schauen lassen. Auf die Beine gestellt hat der Veranstalter das Projekt zusammen mit Michaela Fischer, der langjährigen Vorsitzenden des Bundes freischaffender Bildhauer Baden-Württembergs (BfB). Sie hat sich mit den Künstlern in Verbindung gesetzt. Die sieben, die nun ausstellen, ergänzen sich harmonisch zu einem vielseitigen Gesamtbild. Neben Michaela Fischer selbst werden an den Pfingsttagen die in Warmbronn lebende Birgit Feil sowie Guillermo de Lucca aus Hildrizhausen in der Lahrensmühle sein. Ausstellende sind ausserdem Reiner Anwander, Hans Berweiler, Thomas Dittus und Frank Teufel. Wer dem Weg zur Lahrensmühle folgt, der wird von einer hoch aufgerichteten Stele aus Granit und Stahl empfangen. Einem Wächter gleich scheint diese "Aufrichtigkeit" genannte Skulptur darauf zu achten, wer weitergehen darf und wer nicht. Wie ein Kopf ruht - fast schwebend – auf dem Granitsockel eine kreisrunde, von Kreisen und Segmenten durchbrochene Scheibe. | ||
| ||
| Gehen Besucher unbeirrt weiter geradeaus, vorbei an der mächtigen Kastanie im Mühlenhof, reckt sich vor ihren Augen die riesige Holzskulptur Frank Teufels mit dem Namen "Verbindung" in den Himmel. Teufels Arbeiten, kleinere stehen auch in der Scheuer, leben vom Dialog der abstrakten Formen und der Spannung, welche die Materialien Holz oder Stein mitbringen. Still und in sich gekehrt ruht am Fuss der Kastanie Hans Berweilers "Prägnanz". Der fast mannshohe Quader aus Muschelkalk ist von Einkerbungen durchzogen, die ihn zugleich strukturieren und ihm Lebendigkeit verleihen. Ganz selbstverständlich fügt sich das Exponat von Reiner Anwander in das Gesamtbild des Mühlenhofs: Sein "Schiller" ist ganz schlicht, gearbeitet aus einem alten Eichenbalken, der wohl viele Eindrücke und Geschichten in sich birgt. | |
| In besonders reizvollem Kontrast zu den umgebenden urigen Gemäuern und saftigen Wiesen steht die massive Basalt-Skulptur "Mutter und Kind". Guillermo de Lucca hat den riesigen Steinblock bearbeitet, dessen Härte Bildhauer vor eine grössere Herausforderung stellt als zum Beispiel Marmor. Die seidig polierte Oberfläche der kompakten Bildsäule verführt zum Darüberstreichen – und das ist in diesem Falle nicht nur erlaubt, sondern vom Künstler sogar gewünscht. Auf der Rückseite ist der Stein naturbelassen. Die matte, fleckige, rotbraune Schicht verrät nichts von der kostbaren Pracht in poliertem Zustand. De Lucca wird an Pfingsten mit kleinern Edelsteinen arbeiten, wie zum Beispiel Chalzedon oder Fluorit. | |
|
|
Die Figuren von Birgit Feil versammeln sich vor allem in der Scheuer. Die Warmbronnerin macht Bildnisse von Menschen aus dem Alltag: Manche sind kaum eine halbe Armlänge gross, andere so ausladend, als wären sie ein genaues Abbild aus dem Leben. Es sind Abgüsse in Kunststoff, Bronze oder Beton. Manche sind farbig gefasst, andere nicht. Manchmal stellt Feil verschieden gestaltete Varianten gleicher Abgüsse nebeneinander, und die Unterschiedlichkeit der Wirkung ist verblüffend. Feil arbeitet ihre stets natürlich gestikulierenden Figuren in Ton, ehe sie über das jeweilige Gussverfahren ihre endgültige Form erhalten. | |
| ||
Klein und filigran sind die "Schnürfiguren" von Michaela Fischer. Wie genau es ihr gelingt, die fein miteinander verwobenen Bronzebänder aufzubauen und zu fixieren, ist ihr Geheimnis. Ein sehr aufwändiges Verfahren sei es, verrät sie. All ihre Arbeiten, kaum einen halben Meter hoch, sind Unikate. Die Modelle, die sie aus Wachs herstellt, schmelzen während des Gussvorgangs und sind dann unwiederbringlich für einen zweiten Versuch verloren. Manchmal lässt Fischer die Gusskanäle stehen. Dann wirken die durch die Schnürungen definierten, imaginären Körper, als würden sie von mysteriösen Armen gehalten oder getragen. Gerade diese mystische Wirkung ist es, welche die Künstlerin beabsichtigt, wenn sie diese Herstellungsspuren als Teil des Kunstwerkes stehen lässt. | ||
| Mühlenbesitzer Thomas Lautenschlager ist nicht nur glücklich darüber, dass diesmal das ganze Gelände durch Kunst belebt sein wird. Die aussergewöhnlich kollegiale Zusammenarbeit der Künstler war für ihn ebenfalls ein besonderes Erlebnis. So hat sich Thomas Dittus dazu spontan bereit erklärt, seinen Lastwagen mit Kran für den Transport von De Luccas zwei Tonnen schwerer Plastik zur Verfügung zu stellen. Sonst wäre deren Aufstellung vermutlich an den Transportkosten gescheitert. Von Allüren keine Spur, Zusammenhalt statt Konkurrenz: "Die Bildhauer haben Bodenkontakt", hat Lautenschlager beobachtet. "Sie greifen beherzt zu und gehen souverän miteinander um." | |
Idylle und Kunst liegen nah beieinandervon Rainer Enke (Leonberger Kreiszeitung 02.06.2009) |
||
|
|
Leonberg. Neue Kunst in alten Mühlen entlang der Glems – das lockt am Pfingstwochenende viele Kunstinteressierte und Ausflügler an. Ein Kulturpfingsten in der Lahrensmühle hat Thomas Lautenschlager ausgerichtet, in der Scheffelmühle kann man die Ateliers von Hans Daniel Sailer und seiner Schwester Heide Bihlmaier besuchen. Ganz im Zeichen der Bildhauerei steht die Lahrensmühle an diesem Pfingstwochenende. Zwar gibt es dort öfters Kunst zu sehen, doch erstmals hat Thomas Lautenschlager das gesamte Mühlengelände in die aktive Ausstellung mit einbezogen. Im Hof, vor der Scheune und unter alten Bäumen, überall stehen Skulpturen und Plastiken.
Afrikanischen Basalt verarbeitet er ebenso wie den farbenprächtigen Chalcedon und als Besonderheit den schichtweise grün und gelb leuchtenden Jaspis. Von diesem, in Europa nicht vorkommenden Material hat de Lucca im vergangenen Jahr zehn Tonnen aus einer kleinen Mine in seiner Heimat Ecuador nach Hildrizhausen gebracht. Dieser Stein, wie auch etliche andere leben von Einschlüssen, Gold, Kristalle oder Drusen etwa. Solche Strukturen sowie die Form des gefundenen Materials inspirieren Guillermo de Lucca zu seinen Skulpturen. Er dreht und wendet die Brocken und analysiert sie aus der Bewegung heraus. So entsteht an den beiden Ausstellungstagen aus Porphyr ein Portrait des Revolutionsführers Che Guevara.
Diese Figur wird dann zu Hause im Atelier mit einer sogenannten Negativform aus Gips umhüllt, die dann entweder mit Plastik oder auch Beton ausgegossen werden kann. Das Modellieren lockt die Zuschauer an. "Viele staunen, wie grob das anfangs aussieht, und wundern sich, wie fein die gegossenen Objekte dann wirklich werden", erklärt Birgit Feil.
Auch die Scheffelmühle an der Glems ist an diesem Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel... |
|
Montag 1. Juni 17.00
![]() |
"Auf kleinen Planeten"mit Christian Wagner und Sputnik 27 durchs WeltallDie teils visionären Texte und Gedichte Christian Wagners handeln von und auf Himmelskörpern im All. Zusammen mit der Musik von "Sputnik 27" und dem Sprecher Urs Klebe begeben wir uns auf eine Reise "on space" und gelangen in andere Sphären. |
|
Jazz und Christian Wagner harmonieren aufs Bestevon Rainer Enke (Leonberger Kreiszeitung 03.06.2009) |
||
|
|
Leonberg. Ein literarisch-musikalischer Ausflug ins Weltall mit Texten des Warmbronner Dichters Christian Wagner und dazu passender Musik der Gruppe Sputnik 27 - damit ist das Kulturpfingsten in der Lahrensmühle am Montagabend visionär zu Ende gegangen. Es mag vielleicht manchmal anrührend erscheinen, wie sich der Warmbronner Bauer und Poet Christian Wagner vor rund hundert Jahren ferne Planeten, das Weltall, die Entstehung von Gestirnen oder das Leben dort vorgestellt hat. Doch er hat in seinen Prosastücken und Gedichten kraftvolle Visionen festgehalten, die er mit eindrucksvollen Formulierungen in Worte fasste. Oder wie Karl Kollmann, der Vorsitzende der Christian-Wagner-Gesellschaft, es in der Lahrensmühle beschreibt: Wagner hat "merkwürdige Ausflüge in den Cyberspace" unternommen. Viele wollen bei diesen merkwürdigen Ausflügen zum Ausklang des Pfingstwochenendes dabei sein - die Veranstaltung ist restlos ausverkauft. |
|


Leonberg































Warmbronn


