Sonntag - 11. September
![]() | Denk mal übers Denkmal nachVon Carola Stadtmüllerund Günter Scheinpflug (Leonberger Kreiszeitung 08.09.2011) Region. Viele Wahrzeichen lässt man links liegen. Am Sonntag öffnen sie für Neugierige. Auch in diesem Jahr ist die Eltinger Lahrensmühle wieder beim Tag des offenen Denkmals für Leonberg dabei. Die historische Mühle zwischen Gebersheimer Straße und "In der Au" öffnet zwischen 10 und 16 Uhr. Je nach Besucherlage und Interesse wird es wieder Führungen geben, ansonsten finden sich in den Räumen und auf dem Hof alte Eltinger Fotografien, im historischen Ofen wird Brot gebacken. Von 18 Uhr an bietet die Christian-Wagner-Gesellschaft "Jazz und Lyrik" an... | |
"Eltingen in alten Ansichten" - nie veröffentlichte Bild-Schätze aus einem Privat-Archiv | ||
| Walter Hartmann aus Eltingen hat für uns sein privates Bildarchiv geöffnet, und wir dürfen einige seiner Schätze präsentieren. Was er im Lauf von zahlreichen Jahren in alten Fotoalben und Bilderkisten bei Eltinger Familien ausgegraben hat, ist unglaublich. Völlig unbekannte Ansichten, Momentaufnahmen von Gebäuden aus verschiedenen Jahren. Hier ist die einmalige Chance, völlig neues altes Bildmaterial zu sehen, das noch nie zugänglich war. Eine Veröffentlichung auf unserer Internetseite ist definitiv ausgeschlossen. Auch aus unserem eigenen Fundus zeigen wir einige alte Ansichten. Begleiten Sie uns auf eine Reise in die Vergangenheit. | |
| Eine Zeitreise in ein fast vergessenes EltingenVon Max Esser (Leonberger Kreiszeitung 12.09.2011)
Ein immenser Zeit- und Arbeitsaufwand steckt hinter der Ausstellung, Walter Hartmann ist sichtlich stolz auf das Ergebnis: "Vor 25 Jahren hat alles angefangen, da habe ich auf einem Fest einige historische Fotos gezeigt", erzählt er. Das habe viele interessiert. Und so wurde aus dem Sammeln schnell eine Leidenschaft. Mittlerweile besitzt Hartmann gut 1000 solcher Bilder, sie sind das Resultat einer jahrelangen Suche: "Wenn man die Leute fragt, ob sie einem ihre alten Bilder ausleihen wollen, zählen vor allem zwei Dinge: Ausdauer und Zuverlässigkeit", sagt Hartmann. Ohne diese Tugenden mache die ganze Sache keinen Sinn. | |
"Leckeres aus dem Holzbackofen" | ||
| Holzbacköfen sind ein sehr altes Kulturgut der Menschen, denn bereits ca. 3.500 Jahre v. Chr. wurden alten Zeichnungen zufolge in Ägypten Brotfladen in Backöfen gegart. Auch wenn sich die verwendeten Baumaterialien im Laufe der Jahrhunderte etwas geändert haben, so ist das Grundprinzip des Holzbackofens doch gleich geblieben. Die Wirkungsweise dieser Öfen beruht darauf, dass der Backraum und seine gemauerte Hülle mit einem Holzfeuer erhitzt werden. Nach dem Abbrennen des Feuers wird die restliche Glut aus dem Garraum entfernt und der Boden mit einem feuchten Tuch sauber ausgewischt; den gesamten Backvorgang übernimmt dann die in den Steinen der Wände und des Bodens gespeicherte Hitze, wobei überwiegend Oberhitze und weniger Unterhitze entsteht.
Die langsame und gleichmäßige Abgabe der Strahlungswärme bewirkt einen schonenden Backprozess, bei dem besonders kräftige Röst- und Geschmacksaromen freigesetzt werden.
Erika Quast ist eine Spezialistin im Umgang mit dem historischen Gerät. Dabei lieferte sie auch noch Tipps zum Gebrauch des Holzbackofens. Natürlich gab es Probierhäppchen zum Naschen: Pizza, Muffins und vieles mehr.
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"Bewirtung rund um die Streuobstwiese" | ||
| Streuobstwiesen sind eine traditionelle Form des Obstanbaus: Apfel, Birne, Zwtschge, Pflaume, Mirabelle, Kirsche, Quitte - auch Walnüsse zählen zum Streuobst. Solche Wiesen beherbergen meist gemischte Obstsorten, 3.000 verschiedene gibt es alleine in Deutschland. Viele alte Obstsorten, die auf Streuobstwiesen wachsen, sind besonders robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Manche Sorten eignen sich vorzüglich als Tafelobst, andere sind besonders resistent gegen Pilz- und Schädlingsbefall oder sehr gut lagerfähig, manche für die Herstellung von Marmeladen oder Gelees bestens geeignet, andere sind ideal als Kuchenbelag oder Mostobst. Neben all dem Obst ist zum Beispiel auch Honig ein typisches Streuobstwiesenprodukt.
Die "Fachwarte für Obst und Garten" verwöhnten die Besucher mit Kaffee und Kuchen sowie anderen Produkten und informierten natürlich auch über die ökologische Bedeutung der Landschaftspflege.
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"Lyrik und Jazz in der Lahrensmühle" | ||
![]() | "Dedications" Seit zwei Jahren widmen sich die beiden Instrumentalisten und Komponisten einem gemeinsamen Duo-Konzept, aus dem "Dedications" resultiert. Freiere, explosivere Reflektionen halten sich mit melodisch-ruhigen Stücken die Waage. Reaktionsschnelligkeit als Voraussetzung des improvisatorischen Akts, eine Wellenlänge, die stimmt, und viel Vergnügen an der Kurzweil des Um- und Umwendens der Themen: All das haben Michel Godard und Patrick Bebelaar, wobei sie in ihrem Duospiel enge Demarkationslinien des Jazz mit leichter Hand ignorieren. Der französische Tuba- und Serpent-Virtuose tut das aus Prinzip, steht er doch in einer Pole-Position, wenn es um imaginäre Folklore geht, deren Wurzeln er nicht selten bis ins Mittelalter zurückverfolgt. Dass sich die beiden Profis nahtlos aufeinander eingespielt haben, hört man leicht an verblüffend-plötzlichen Unisono-Passagen, mitten im Stück. Ein Duo, das die Kunst der Kommunikation perfekt beherrscht. Veranstalter | |
| Der Tubaklang vibriert bis in den BauchVon Gabriele Metsker (Leonberger Kreiszeitung 13.09.2011)Leonberg. Patrick Bebelaar und Michel Godard haben Widmungen musiziert. Weil "Jazz und Lyrik" aus Anlass des Internationalen Tags des Offenen Denkmals am Sonntag in der Lahrensmühle zum zehnten Mal stattgefunden hat, hat Oberbürgermeister Bernhard Schuler das Publikum begrüßt: "Was das Bix in Stuttgart nicht zustande bringt, findet man bei uns in der Lahrensmühle", lobte er. Ganz unbeteiligt ist Jazzfan Schuler nicht, dass es inzwischen ein halbes Dutzend CDs des Duos gibt, das seit etwa zehn Jahren zusammenspielt. Schuler hatte gelesen, dass Godard aus Leonbergs französischer Partnerstadt Belfort stammt und Bebelaar angeregt, Kontakt mit Godard aufzunehmen. Dass sie inzwischen ein wunderbar aufeinander eingespieltes Team sind, war am Sonntagabend in dem fast ausverkauften historischen Gemäuer zu hören. Daran änderte auch der dick verpackte, gebrochene linke Fuß des Pianisten nichts. Mitgebracht hatten sie viele Songs ihrer neuen CD "Dedications", die zahlreichen, meist gemeinsamen, Freunden gewidmet sind. So verschieden, wie diese als Menschen sein mögen, war auch die Musik. "One for Vince" aus der Feder Godards war zum Beispiel für schwäbischen Kochlegende Vincent Klink, wo beide Musiker gerne gemeinsam speisen. Bebelaar begann mit einen trockenen Bassostinato, erzeugt durch direktes Bearbeiten der offen liegenden Klaviersaiten - die Holzverkleidung des Instrumentes war entfernt. Godard stieg mit seiner türkisblau färbten Tuba ein und übernahm die Ausschmückungen des Pianisten; immer dichter, geschmeidiger und energiegeladener wurde der Klang, wobei die dumpfen Töne des mächtigen Blasinstrumentes über die Holzbohlen der Mühle und die Fußsohlen bis in den Bauch hinein vibrierten. Verträumte Akkorde und weit ausgreifende Bögen prägten "Kiwus", das Bebelaar für den gemeinsamen Freund Wolfgang Kiwus geschrieben hat. Bekanntschaft mit dem Serpent, einem "Vorfahren" der Tuba, machte das Publikum bei Godards "Archangelika". Das von seiner Form her an eine gewundene Schlange erinnernde Instrument klingt klarer, dafür etwas leiser als sein Verwandter aus Blech. Eine Textur wie geschaffen für die bewegliche, melancholisch erzählende Melodie über Bett aus silbrigen Piano-Tupfern. Interessante Effekte brachte "Anouar", von Bebelaar komponiert für einen Oud-Spieler aus dem Libanon. Die orientalischen Harmonien, die Godard auf dem Serpent blies, hallten im Korpus des Klaviers wider. Mystisch wirkte das und erinnerte bisweilen fast an Walschreie. Songs für Herbert Joos und Frank Kroll, mit denen Bebelaar und Godard schon aufgetreten sind, standen ebenfalls auf dem Programm: "Philtre"galt mit seinem changierenden freien Musikfluss dem Sound des Trompeters Joos; "Keep at it" für den Saxofonisten Kroll war das freieste Stück des Abends, bei dem beide Instrumente ein fast schon anarchistisches Miteinander pflegten. | |























