"Internationaler Tag des offenen Denkmals" 2012

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Sonntag - 09. September




"Leonberg und Eltingen in alten Ansichten" - Bilder vom Bau der Autobahnen rund um Leonberg-Eltingen

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Eine der Schautafeln zum Thema alter Engelbergtunnel.


Mit dem ursprünglich "Stuttgart-West" genannten Autobahnanschluss war Leonberg-Eltingen direkt an das fortschrittliche Fernstrassennetz der Reichsautobahn angeschlossen. Damals war man stolz auf diese neuzeitliche Verkehrsanbindung. In den ersten Jahren verkehrten auch nur wenige Fahrzeuge auf den neu erbauten grosszügigen Fernstrassen. Mit Ausbruch des 2. Weltkriegs kam der grosse Stillstand und kurz vor dem bitteren Ende wurden auf Führerbefehl noch zahlreiche Brücken und auch Teile des Engelbergtunnels gesprengt.

Als Thema für den Tag des offenen Denkmals hatten wir die Autobahnbauten rund um Leonberg-Eltingen ausgewählt, nachdem der entsprechende Beitrag auf unserer Website auch der absolute Renner ist. Als vergessenes Denkmal wollten wir dabei den alten Engelbergtunnel in seiner Bauphase vorstellen. Aber auch andere Baustellen waren zu sehen, wie etwa die Rohrbachbrücke, heute Friedensbrücke genannt. Unsere Ausstellung zeigte die ungeheuren Leistungen der beteiligten Menschen, nicht des auftraggebenden Regimes. Ungewöhnliche Ansichten erwarteten die Besucher zum Thema Autobahn. Die Bilder stammten aus dem Fundus des Baden-Württembergischen Landesarchivs, aus unserer eigenen Sammlung und wieder von Walter Hartmann.

Aus der unglaublichen Sammlung des Eltingen-Historikers Walter Hartmann zeigten wir ausserdem weitere Bilder aus vergangenen Tagen, so etwa aus der Frühzeit des Eltinger Freibads. Eine überwätigende Anzahl von Besuchern liess sich diese einmalige Ausstellung nicht entgehen.

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Eindrücke vom Bau der Rohrbachtalbrücke.


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Am Sonntag ging man Baustellen schauen

Leonberg. Die Autobahnen und ihre Bauwerke haben die Entwicklung un das Erscheinungsbild von Leonberg nachhaltig geprägt. Eine Fotoausstellung in der Lahrensmühle dokumentiert die aufwendigen Arbeiten am Ende der 1930-er Jahre.

Von Arnold Einholz (Leonberger Kreiszeitung 18.08.2012)

Seit mehr als 70 Jahren gehören sie in Leonberg und Eltingen zum Alltag - die beiden Autobahnen, die sich im Süden der Stadt, im Leonberger Dreieck treffen. Ihr Bau war in einer Zeit des Umbruchs in der Mobilität zwar eine Notwendigkeit, aber das wurde in hohem Masse auch propagandistisch vom damaligen Naziregime ausgenutzt. Für die Leonberger und Eltinger waren es seinerzeit mehrere Riesenbaustellen vor der eigenen Haustür, die es zu bestaunen galt und die das Gesicht sowie die Entwicklung der beiden Orte nachhaltig geprägt haben.

In der Ausstellungsreihe "Alte Ansichten von Leonberg und Eltingen" zeigt die historische Lahrensmühle zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, in 170 Bildern die Grossbaustellen aus den 1930-er Jahren in und um Leonberg. Dabei beleuchtet die Schau in erster Linie die Bauwerke zu den heute A 8 und A 81 genannten Autobahnen. Als Schwerpunkt der Ausstellung wird der alte Engelbergtunnel in seiner Bauphase zu sehen sein - heute ein fast vergessenes Baudenkmal. Aber auch andere Baustellen werden gezeigt, wie etwa die Friedensbrücke, früher Rohrbachtalbrücke genannt. Die Bilder für die Ausstellung stammen aus dem Fundus des baden-württembergischen Landesarchivs, sowie aus dem Bestand der beiden begeisterten Sammler Walter Hartmann und Thomas Haeberle.

Mit dem ursprünglich "Stuttgart-West" genannten Autobahnanschluss waren Leonberg und Eltingen direkt an das noch neue Autobahnnetz angeschlossen. Damals wurde diese neuzeitliche Verkehrsanbindung uneingeschränkt willkommen geheissen. In den ersten Jahren verkehrten ja auch nur wenige Fahrzeuge auf den neu erbauten Fernstrassen. "Bewusst wurden bei der Ausstellung politische und ideologische Hintergründe rund um den Autobahnbau unberücksichtigt gelassen", sagt der Inhaber der Lahrensmühle. "Mit dieser Thematik und damit, wie der Tunnel später in die menschenverachtende Kriegsmaschinerie einbezogen wurde - setzt sich in hervorragender Weise die Ausstellung der KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg in der alten Tunnelröhre auseinander. Die ist am Tag des offenen Denkmals ebenfalls zu sehen", sagt der Mühlenbesitzer. Seit der Sanierung der Lahrensmühle 1999 macht er regelmässig das Gebäude am Tag des offenen Denkmals zugänglich.

"In dieser Ausstellung soll ausschliesslich die technische Umsetzung der uns allen vertrauten Bauwerke gezeigt werden und die ungeheuren Leistungen der beteiligten Menschen, nicht jedoch das den Auftrag gebende Regime", betont auch Thomas Haeberle, der die Ausstellung mit einrichtet. "Heute kaum vorstellbar, ist der alte Engelbergtunnel von den Arbeitern fast ausschliesslich mit Hacke und Schaufel gegraben worden und der Abraum wurde mit kleinen Loren abtransportiert", weiss Haeberle. Nur an den Tunnelenden seien grössere Maschinen und Bagger zum Einsatz gekommen. "Unter Tage ist es ausschliesslich das Werk der rund 350 Bergarbeiter, davon etwa die Hälfte aus Österreich gewesen." Auch Rückschläge hat es gegeben, viele Aufnahmen dokumentieren den Einsturz der Röhren und Wassereinbrüche.

In die gleiche Zeitspanne fällt der Bau des Eltinger Freibads, das am 6.Juni 1938 fertiggestellt wurde und vom damaligen Eltinger und später auch Leonberger Bürgermeister Carl Schmincke initiiert worden war. "Darauf sind die Eltinger besonders stolz gewesen, deshalb haben wir auch diesem Bauwerk in der Ausstellung einen Platz gewidmet", erläutert Walter Hartmann, ein Eltinger Sammler, der zahlreiche Fotos beigesteuert hatt. Das Bad war noch der letzte grosse Akt der eigenständigen Gemeinde Eltingen, bevor sie mit der Territorialreform von 1938 der Stadt Leonberg einverleibt wurde. Bis dahin hatte man sich mit einer provisorisch eingerichteten Badestätte am Steinbruchsee im heutigen Stadtpark begnügt, der damals zum Gelände der ehemaligen Gipswerke Eppinger gehörte. Das Eltinger Freibad hatte ein 50 Meter langes und 18 Meter breites Becken. Erhalten geblieben ist von dieser Anlage, die dem Leobad weichen musste, das ehemalige Badehaus aus Holz.

"Vor allem die Baustelle der Rohrbachtalbrücke hat die Menschen in Leonberg und Umgebung besonders begeistert", hat Thomas Haeberle herausgefunden. Für die Stuttgarter, die im Sommer am Wochenende gerne ins Grüne fuhren, hatten die Stuttgarter Strassenbahnen speziell eine Buslinie eingerichtet, die zum Glemseck führte. "In den feinen Sonntags-Klamotten ist man dann auch auf der Baustelle der Rohrbachtalbrücke mit Kind und Kegel herumgestakst", erzählt Haeberle. "Auch die Eltinger haben sich die Baustelle oft angesehen, wie etwa das Foto mit Friederike Wankmüller und Bertha Wiedner zeigt", ergänzt Hartmann.

Das damalige Interesse sei auch verständlich gewesen, meint Haeberle. Riesige Baugerüste aus Holz mussten für das imposante Werk mit seinen sieben Bögen errichtet werden, dabei wurde fast mehr Holz verbraucht als später Beton eingegossen wurde. Die scheinbar leichte Form aus Spannbeton faszinierte die Menschen, ebenso die riesigen Giessformen für die Bogenpaare. "Zum Glück wurde dieses schöne Bauwerk nicht völkisch mit Sandstein verkleidet", meint Haeberle.

Der 62-Jährige betreut die Internetseite der Lahrensmühle und hat dabei festgestellt, dass der damalige Autobahnbau auch heute noch sehr viele interessiert. So wurde die Idee der diesjährigen Ausstellung überhaupt geboren. "Auch weil wir dabei zusätzlich zu dem Fotomaterial aus dem Landesarchiv auf den riesigen Fundus an Privatfotos von Walter Hartmann zurückgreifen können", so Haeberle.

Die Foto-Ausstellung endet mit dem Jahr 1945, als im April nach Hitlers "Nero"-Befehl der verbrannten Erde Teile der Rohrbachtalbrücke als auch des Engelbergtunnels gesprengt wurden. "Vom Wiederaufbau der Brücke und des Tunnels gibt es reichlich Material - das ist vielleicht das Thema einer weiteren Ausstellung", sagen die drei Initiatoren.



"Bewirtung rund um die Streuobstwiese"

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Die Streuobstwiese ist eine traditionelle Form des Obstbaus. Ziel war dabei, eine landwirtschaftliche Fläche mehrfach zu nutzen. Sie diente zur Versorgung der Bevölkerung mit Obst, sie diente als Weidefutter und Heu für das Vieh, sie lieferte Bienennahrung. Die Äste und das Holz und sogar das Laub wurden als Brenngut oder als Einstreu für das Vieh genutzt. Auf Streuobstwiesen stehen hochstämmige Obstbäume meist verschiedenen Alters und unterschiedlicher Arten. Leider ging im 20. Jahrhundert diese Bewirtschaftung immer stärker zurück, da der Hochstammobstbau wirtschaftlich den seit 1957 stark geförderten Niederstammobstbau unterlegen ist. Trotzdem oder gerade deshalb kommt dem Streuobstbau eine grosse Bedeutung zu.

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Die "Fachwarte für Obst und Garten" verwöhnten die Besucher mit Kaffee und Kuchen sowie anderen Produkten und informierten natürlich auch über die ökologische Bedeutung der Landschaftspflege.

Die Bescuher genossen Kuchen mit heimischen Früchten, erlebten Früchte aus der Heimat, und halfen so mit, ökologischen Anbau zu erhalten. Natur ist durch nichts zu ersetzen. Die Fachwarte haben das schmackhaft beweisen.




"Lyrik und Jazz in der Lahrensmühle"

Rainer Böhm am Klavier und Bodek Janke an Schlagzeug/Percussion

"Christian Wagner trifft auf Jazz !"

Das Jazz-Duo erarbeitete speziell für diese Veranstaltung ein Programm mit Bezügen zum Warmbronner Dichter Christian Wagner und seiner Lyrik.

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Der Pianist Rainer Böhm stammt aus Ravensburg. Bereits mit 4 Jahren erhielt er Klavierunterricht. Seit 1990 spielt er aktiv in verschiedenen Jazzbands. Von 1997-2001 studierte er im Fachbereich Jazz- und Popularmusik an der Hochschule für Musik Mannheim und schloss mit Bestnote ab. Im Anschluss folgte bis 2004 das Studium Konzertexamen im Fachbereich Jazz- und Popularmusik an der Hochschule für Musik Köln. 2007-2009 war er Stipendiat des DAAD (Deutscher akademischer Austauschdienst) zur Unterstützung des Auslandsstudiums in New York City, abgeschlossen mit dem Master of Music und erneut Bestnote.

Seit 1990 spielt er aktiv in verschiedenen Jazzbands. 1998-2001 war er in der Konzertbesetzung des Bundesjazzorchesters unter der Leitung von Peter Herbolzheimer. 1999 folgten Konzerte mit Rolf Kühn und Albert Mangelsdorff. Bereits 1993 erteilte er Klavierunterricht, Lehraufträge der Städtischen Musikschule Viernheim sowie der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim schlossen sich an.

Beim Jazzwettbewerb 1995 in Sigmaringen errang er einen 1. Preis mit dem "Rainer Böhm Trio“, seit dieser Zeit erhielt er eine Vielzahl von Auszeichnungen. Zuletzt 2010 den Jazzpreis des Landes Baden-Württemberg sowie ein Stipendium der Kulturstiftung Baden-Württemberg.

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Der Schlagzeuger und Perkussionist Bodek Janke stammt aus einer polnisch-russischen Musikerfamilie. Seit seinem dritten Lebensjahr unterrichtete ihn seine Mutter sowie seine Tante. Er wuchs in Karlsruhe auf, lernte am dortigen Badischen Konservatorium klassisches Schlagzeug und Musiktheorie. Von 1998 bis 2004 studierte er Jazz-Schlagzeug und Jazz-Komposition an der Musikhochschule Köln und schloss mit der Note 1,0 und einer Auszeichnung ab. Sein “Master of Arts and Music Performance”-Diplom absolvierte er 2007 am City College in New York.

Während seines sechsjährigen Aufenthaltes in New York arbeitete Bodek Janke unter anderen mit David Liebman, Billy Harper, Ben Monder und Dave Binney zusammen. Regelmäßige Auftritte in Jazzclubs und Musikhallen waren neben internationalen Tourneen seine jahrelange Inspirations- und Arbeitsquelle. Desweiteren lernte er in New York Pandit Samir Chatterjee kennen und begann ein intensives Studium der klassischen Indischen Musik. Seit 2010 lebt Bodek Janke wieder in Deutschland und arbeitet regelmäßig mit Bigbands als Schlagzeuger und als Perkussionist sowie mit einzelnen Künstlern zusammen.

2008 wurde Bodek Janke mit dem Jazzpreis Baden-Württemberg und dem Deutschen Schallplattenpreis (mit Olivia Trummers CD “Westwind”) ausgezeichnet. 2010 gewann er den Solistenpreis des Neuen Deutschen Jazzpreises in Mannheim, den 1. Preis bei der “4th International Bucharest Jazz Competition” und ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg.



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