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Hochwasser an der Glems

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Hochwasser an der Glems

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Als steinerner Zeuge ist die eingemeisselte Hochwassermarke an der nordöstlichen Ecke des Mühlengebäudes erhalten. Am 31. Juli 1901 setzte die Glems das Mühlengetriebe komplett unter Wasser.


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30 Jahre später war es wieder soweit, diesmal am 5. Mai 1931. Die nördlich eingeschlagene Hochwassermarke liegt aber rund 50 cm tiefer.


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Nichts fürchtet der Müller mehr als zügig steigende Temperaturen nach dem Winter, dann herrscht "Land unter" zwischen Glems und Mühlkanal.

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Das Kellergeschoss des Wohnhauses und der Maschinenraum der Mühle ist überflutet.


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Im Frühjahr 1941 hat es die Lahrensmühle wieder einmal "erwischt". Die Glems führt Hochwasser.

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Das Hochwasser ist weitgehend abgeflossen, aber der untere Kanal vor der Mühlenscheune ist - zur Freude des Ferderviehs - immer noch gut gefüllt.


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Eine Ansicht am Zusammenfluss von unterem Mühlkanal und Bach Anfang der 1960er-Jahre zeigt das erneut überflutete Gelände.


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Gleicher Zeitpunkt, etwas anderer Blickwinkel: vorn ist der untere Mühlkanal zu erkennen, im Hintergrund die Glems.


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Die letzte grosse Überschwemmung des vergangenen Jahrhunderts im Bereich der Lahrensmühle ist aus dem Jahr 1966 überliefert. Zu jener Zeit verliefen die noch nicht verdolte Glems und die Gebersheimer Strasse parallel jeweils etwa gleich breit unter der Eisenbahnunterführung (Blick im Richtung Gartenstadt). An dieser Stelle besitzt die Gebersheimer Strasse heute 3 Spuren, die Glems bleibt unsichtbar unterirdisch. Grund für diese ungewöhnlich heftige Überschwemmung ist ein Dammbruch am Seinbachsee (ein Nachbargewässer des KAtzenbachsees) nach kräftigen Regenfällen.


Die Gebersheimer Strasse und Glems in Richtung Süden gesehen. Auch die Eisenbahnbrücke hat ihr Aussehen mittlerweile verändert.

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Der Müller Leid, der Kinder Freud' – das Hochwasser lädt zum Stocherkahnfahren in der Mörtelwanne ein. Das rechts sichtbare Gebäude wurde in späteren Jahren wieder abgerissen.


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Gewässerregulierung heisst das Zauberwort der 1960er-Jahre.Betongläubige Planer legen Bäche und Flüsse in Korsette, um Überschwemmungen zu verhindern. Auch die Glems entgeht dieser "Kur" nicht, wie hier im Jahr 1969 gezeigt. Die charakteristischen Mäander im Verlauf eines Gewässers werden begradigt, die Fliessgeschwindigkeit bremsende Hindernisse beseitigt. Das Wasser fliesst jetzt zügig ab, die Hochwassergefahr ist lokal gebannt. Spätestens beim Zufluss in das nächstgrössere Gewässer zeigt sich die Folge: Das rascher herbeigeführte Wasser führt jetzt dort zu Überschwemmungen. Es dauert Jahrzehnte bis Ursache und Wirkung erkannt werden.


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Nachdem an der Glemsverdolung erhebliche Schäden entdeckt worden waren und die Strasse deshalb für den Schwerlastverkehr geperrt werden musste, erfolgte 2007 zumindest eine Teilöffnung des Baches. Im Bereich der Eisenbahnunterführung blieb kein oberirdischer Platz für das Gewässer, der Strassenverkehr fordert hier seinen Tribut.


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Aber nach Unterquerung der Gebersheimer Strasse kommt die Glems heute wieder ans Tageslicht – hier im Bild mit Blickrichtung Süd-West sind die Arbeiten 2008 voll im Gang. Pläne zur kompletten Offenlegung des Baches bestehen zwar, aber vorläufig verhindern die Kosten die Umsetzung.


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Gleiche Ansicht ein Jahr später. Die Natur hat von den kahlen Uferböschungen Besitz ergriffen.



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Nach Unterquerung des neu erbauten Kreisverkehrs in der Gebersheimer Strasse kommt der Bach wieder ans Tageslicht und fliesst nord-östlich in Richtung ehemaliger Schweizermühle, siehe Leonbergs Mühlen an der Glems. Nachteil dieser begrüssenswerten Massnahme: Die Planer legen unnötigerweise den Wasserspiegel am Verdolungseingang 200 mm höher – die Folgen werden später sichtbar.


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Neue Strassenbaumassnahmen haben die Hochwassergefahr wieder in den Blickpunkt gerückt. Der vierspurige Ausbau der Bundesstrasse 295 in Richtung Calw und die Autobahnausfahrt Leonberg West mit sechsspurigem Ausbau der Autobahn A8 in Richtung Rutesheim führten zu einer erheblichen Bodenversiegelung. Die im Zuge des Strassenausbaus angelegten Regenüberlaufbecken können bei Starkregen nur begrenzt Wasser aufnehmen.

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Die Talaue und der landwirtschaftliche Weg – hier in Richtung Lahrensmühle gesehen – sind im Mai 2009 überflutet.

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... drückt in die völlig überlastete Kanalisation ...


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Das über den geteerten Weg herangeführte Wasser sucht sich einen Abfluss in die kräftig angeschwollene Glems ...

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... und strömt in beachtlicher Höhe in die neue Verdolung unterhalb der Gebersheimer Strasse. Mitgeführtes Treibholz kann hier  einen Stau und damit eine blitzschnelle Überschwemmung im Bereich der Lahrensmühle bewirken. Wachsamkeit bei kritschen Wetterlagen ist daher angesagt.


4. Juli 2010: Am frühen Sonntagmorgen gegen 2.00 Uhr geht ein etwa zweistündiger Starkregen im Raum Leonberg nieder mit rund 100 Liter Wasser je Quadratmeter. Die Bodenversiegelung durch den sechsspurigen Ausbau der Autobahn A8 in Richtung Rutesheim, der vierspurige Ausbau der Bundesstrasse 295 bewirkt ungehinderten Abfluss der Wassermassen in Richtung Glems. 

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Die Glemsverdolung kann die Wassermassen nicht schlucken. Was 2009 noch einmal gut ging, führt 2010 zum Desaster: Es kommt zum Rückstau. Rund eineinhalb Stunden nachdem die Flutwelle ihren Scheitelpunkt erreicht hatte, reicht das Schlammwasser immer noch bis zur Oberkante der Verdolung.

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An der tiefsten Stelle steht das Schlammwasser etwa 1,80 Meter hoch.

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Rettung der altersschwachen Gans aus den Schlammfluten.

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Zugang zur Scheune durch die Seitentür.

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Die tieferen Teile der Talaue sind überflutet.

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Dazu kommen die nicht abgepufferten Wassermengen des Eisengriffbachs aus Rutesheim, die über den Wasserbach ebenfalls in die Glems gelangen. Eine bisher nicht gekannte Flutwelle rollt auf die Lahrensmühle zu.

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Am Kreisverkehr bei der Eisenbahnunterführung das selbe Bild. Das Raumprofil ist vollständig mit dem Wasser der Glems gefüllt.

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Die Folgen des Rückstaus für die Lahrensmühle.

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Die Flutmarke von 1901 wurde nur knapp unterschritten.

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Vier Bienenvölker werden zu Flutopfern.

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Von der in der Scheune geparkten Kehrmaschine ragt noch das Lenkrad aus der Wasseroberfläche.

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Nur 45 Minuten später ist der Wasserspiegel schon erheblich gesunken.

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Das Wasser ist abgeflossen ...

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... und so sieht es überall aus!

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Bilanz des Schadens:
6 Keller/Räume mit Schlammwasser gefüllt, gelagerte Gegenstände zerstört
4 Bienenkästen Opfer der Flut
6 zerstörte Autos
1 zerstörte Kehrmaschine
1 beschädigter Anhänger
und vieles mehr

Die Versicherung hat Hochwasserschäden in der Lahrensmühle vor wenigen Jahren vorsorglich aus ihrer Haftung ausgeschlossen ...